Das doppelte Lottchen – Ein Klassiker bleibt stets modern

Ein Gastbeitrag von IB, Mitarbeiterin von wienXtra-cinemagic


Eine Ausgabe im Bücherregal

An meinem sechsten Geburtstag bekam ich eine Ausgabe von Erich Kästners Geschichte „Das doppelte Lottchen“ geschenkt. Ein Klassiker, der im Bücherregal der Tochter nicht fehlen durfte, da waren sich meine Eltern einig. Wie recht sie hatten! Wer allerdings denkt, die Erzählung ist alt und verstaubt, irrt. Noch heute begeistert die vielfach verfilmte Verwechslungskomödie rund um die Zwillingsmädchen Luise und Lotte Leser_innen und Zuseher_innen. Dabei wird gar nicht nur Heiteres thematisiert. Auch mit ernsten Fragen, wie beispielsweise mit der Trennung der Eltern, beschäftigt sich die Geschichte. Innerhalb der letzten 70 Jahre war „Das doppelte Lottchen“ ein beliebter Stoff für Literaturverfilmungen. Etwa 16 Filme haben sich das Buch zum Vorbild genommen, drei davon möchte ich euch vorstellen.

1950 – Darf’s ein bisschen klassisch sein?

Wer auf der Suche nach einer Verfilmung ist, die sich stark an der Handlung des Romans orientiert, ist mit dem schwarz-weiß Film aus dem Jahr 1950 gut beraten. Erich Kästner führt sogar persönlich in die Handlung ein und kommentiert das Geschehen als Erzähler. Die „echten“ Zwillinge Jutta und Isa Günther verkörpern Luise und Lotte, die Schauplätze sind wie im Buch der erfundene, idyllische Ort Seebühl am Bühlsee und die Städte Wien und München.

Das doppelte Lottchen 1950 © Filmladen

2007 – Lottchen goes Animation

Im Jahr 2007 wird die Geschichte als Zeichentrickfilm umgesetzt und erinnert in ihrem Aussehen an die Originalzeichnungen des Romans von Walter Trier. Zwar beginnt auch hier die Geschichte im Ferienheim, allerdings spielt in der weiteren Handlung ein Musikwettbewerb eine große Rolle. Richtig spannend, was der Film aus Erich Kästners Geschichte zaubert!

Das doppelte Lottchen 2007 © Warner Bros. Pictures GmbH

2017 – Vom Postamt zum Handy-Konsum

In dieser Realverfilmung werden die Handlungen und viele Details bewusst in die Gegenwart übertragen. Luise kommt direkt aus Afrika zurück, der Vater ist kein Hofkapellmeister, sondern Musiker und die Zwillinge müssen nicht mehr aufs Postamt gehen, um miteinander zu kommunizieren. Handy sei Dank! Trotzdem verliert die Geschichte nichts von ihrem ursprünglichen Charakter.

Na? Neugierig geworden?

Literaturverfilmungen sind ganz besondere Filme – sie müssen sich an eine vorgegebene Handlung halten, können aber ihre eigene Fantasie spielen lassen. Besonders spannend wird’s, wenn man das Buch dazu kennt und Gemeinsamkeiten und Unterschiede entdeckt.

Ihr möchtet noch mehr über das „Doppelte Lottchen“ und Literaturverfilmungen wissen? Am Mittwoch, den 28.8. gibt’s nach dem Film um 15:00 die Möglichkeit am Filmkränzchen teilzunehmen.

Text: IB

Fotos:
Das doppelte Lottchen 1950 © Filmladen
Das doppelte Lottchen 2007 © Warner Bros. Pictures GmbH
Das doppelte Lottchen 2017 © Der Filmverleih GmbH
Beitragsbild: Das doppelte Lottchen 1950 © Filmladen

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