Zecken-, Gelsen-, Bienenstich

Stolpern und sich ein Knie aufschlagen, vom Klettergerüst fallen, von einer Zecke gebissen oder einer Wespe gestochen werden – solche Sachen passieren schnell. Meist geht es gut: ein bisschen Kuscheln, ein bisschen Trost und vielleicht noch ein großes Pflaster, dann kann schon wieder weiter gespielt werden. Aber manchmal ist man sich nicht sicher, wie ernst die Sache ist. Man fragt sich, ob man etwas tun soll, ob der Kinderarzt oder eine Notaufnahme dafür zuständig sind. Wenn ihr Rat braucht, was ihr tun sollt, dann ruft die Gesundheitsnummer: 1450 an. Dort erhält man auch zu solchen Sachen schnell und kompetent Auskunft. Sehr hilfreich und sinnvoll ist es auch, wenn ihr ab und zu einen Erste Hilfe Kurs macht. Es gibt auch welche mit dem Schwerpunkt Notfälle im Kinderalter, bei denen auch Kinderkrankheiten zur Sprache kommen und man viel nachfragen kann. Im Notfall zu wissen, wie man reagieren kann, wenn eine Traube verschluckt wurde, empfinde ich immer wieder als beruhigend. Der Inhalt dieser Seite wurde mit Kinderarzt Dr. Josef-Bernhard Pichler abgestimmt.

Häufige Sommerwehwehchen

Die meisten Wehwehchen, wie z. B. Gelsen-, Zecken- oder Wespenbisse sind aber längst nicht so schlimm. Solche Unannehmlichkeiten kommen vor allem im Sommer vor und sind meist schnell und unkompliziert zu lösen.

Zeckenbiss

Zecken sind in Österreich recht verbreitet, allerdings haben wir bisher in Wien noch nie eine Zecke nach Hause gebracht. Aber wenn wir in Kärnten oder Oberösterreich waren, kam es schon vor, dass wir gleich mehrere an einem Tag in unserer Kleidung oder am Körper fanden. Einmal mussten wir sogar ins Krankenhaus, weil sich eine Zecke so ungünstig beim Auge meiner Tochter festgebissen hatte, dass ein Entfernen schwierig war. Wie auch immer ihr zum Thema Impfen steht, eine Zeckenimpfung kann Krankheiten vermeiden – auffrischen nicht vergessen! Manche Krankheiten kann man damit aber nicht verhindern. Daher solltet ihr nach dem Aufenthalt im Freien nachschauen, ob sich irgendwo eine Zecke versteckt hat und sie mit einer Zeckenzange vorsichtigherausdrehen. Wie eine Zecke aussieht und wie ihr sie entfernen könnt, erfahrt ihr hier:  zecken.at. Die Einstichstelle könnt ihr mit Desinfektionsmittel säubern. Bei Rötungen geht’s zur Ärztin oder zum Arzt.

Gelsen

Gelsen sind heuer wirklich eine Plage, und das nicht nur in den Abendstunden. Was kann man dagegen unternehmen? Am Besten schützt Kleidung und natürlich Moskitoentze, die es auch für den Kinderwagen oder als Hängenetze gibt. Wie ihr euch schnell einen Ersatz selber machen könnt, stellen wir euch hier vor. So ein Netz kann man auch beim Schwimmen über den Rastplatz hängen.
Bei Lotion oder Deos sind leider oft Inhaltsstoffe drinnen, die für sanfte Baby- oder Kinderhaut nicht geeignet sind, wie ihr z. B. bei der AK Oberösterreich nachlesen könnt. Eine Freundin verwendet Autan sensitiv für ihre 1 Jährige und ist damit einigermaßen zufrieden. Hausmittel werden auch oft auf unterschiedlichen Foren und Blogs genannt (z. B. rund-ums-baby.de/muecken.htm) wobei auch ätherische Öle Allergien auslösen können. Also den Geheimtipp haben wir leider nicht. Am besten ihr fragt in der Kinderarztpraxis oder Apotheke eures Vertrauens nach und lasst euch von kompetenten Leuten beraten.

Bienen- und andere Insektenstiche

Nichts ist schöner, als im Sommer barfuß herum zu laufen. Gesund ist das auch, allerdings kann man dabei leicht auf eine Biene oder Wespe treten. Das ist uns schon mehr als einmal passiert. Bei einem Stich versucht vorsichtig den Stachel zu entfernen. Dabei solltet ihr nicht drücken, sondern schieben, damit der anhängende Giftsack nicht platzt. Kühlt anschließend die betroffene Stelle, entweder im kalten Wasser, mit einem Coolpack, einem kalten Getränk oder einem Eiswürfel.
Achtung: Es können allergische Reaktionen auftreten! Bei Übelkeit, Frösteln, Hitzegefühl oder übermäßigen Schwellungen (größer als 10 cm) – ruft sofort die Notärztin oder den Notarzt. Auch wenn jemand im Gesicht gestochen wurde, ist es sinnvoll, sich ärztlichen Rat zu holen.

Sonnenbrand

Schützt euch! Das klingt jetzt lapidar, aber die Sonne ist für empfindliche Kinderhaut nicht zu unterschätzen, ganz besonders, wenn ihr noch wenig in der Sonne ward oder ihr einen Urlaub plant, wo mit intensiver Sonneneinstrahlung zu rechnen ist. Ich kann mich noch gut an meine kleine Schwester erinnern, die im März einmal ein ausgiebiges Sonnenbad mit Schneeerfrischung nahm – am nächsten Tag hatte sie schmerzhafte Blasen im Gesicht. Nehmt den zur Haut passenden Lichtschutzfaktor, schmiert euch ein, bevor ihr in die Sonne geht und erneuert rechtzeitig. Bleibt in der Mittagshitze im Schatten. Bei Sonnenbrand helfen feuchte Kompressen und kühlende Cremen.
Nachdem ich beim Schwimmen einmal mit einem schmerzenden Sonnenbrand auf dem Auge heimgekommen bin, weiß ich auch, wie wichtig Sonnen- oder Schwimmbrillen sind.

Sonnenstich

Kinder können die Hitze und Kälte noch weniger ausgleichen. Daher ist es sinnvoll, wenn sie eine Kopfbedeckung tragen und viel trinken. Am besten eignet sich natürlich Wasser oder ungesüßte Fruchtsäfte, Kräutertee oder Mineralwasser mit wenig Kohlensäure. Meidet heiße, geschlossene Räume! Sucht natürlichen Schatten auf, kühlt mit kalten Umschlägen und lagert den Oberkörper erhöht. Wenn sich der Zustand nicht bessert, verständigt einen Arzt oder eine Ärztin.

Vergiftung durch Pflanzen oder Pilze

Kleine Kinder haben eine Phase, da nehmen sie alles in den Mund. Diese Phase geht vorbei, kann aber – so lange sie andauert – ganz schön stressig sein. Ich kann mich noch erinnern, wie meine Tochter zielstrebig jeden Zigarettenstummel fand und anknabbern wollte. Lasst Kinder in dieser Phase nicht unbeaufsichtigt. Klärt sie über Giftpflanzen auf! Normalerweise lernen Kinder schnell, dass nicht alles in den Mund genommen werden soll. Wenn etwas gegessen wurde, ruft die Vergiftungsinformationszentrale 01-406 43 43 an!

Weitere Notrufnummern sind:

Euro-Notruf 112
Rettung  144
Ärztefunkdienst 141

Sich diese Nummern im Telefon einzuspeichern hilft, in der Aufregung schnell die passende Nummer zu finden.

Raus ins Grüne

Trotz Zecke und Gelse wollt ihr mit den Kindern Baden gehen, sucht Ausflugs- oder Wanderideen? Hier im kinderinfo-Blog haben wir dazu einige Tipps gesammelt.

BriG,
Foto (c) BriG

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