Ein Ausflug zur Friedenspagode

Als wir vor zwei Wochen einen kleinen Ausflug zur Friedenspagode gemacht haben, da war zwar schon das Säbelrasseln in Russland zu hören, aber irgendwie haben wir doch alle gehofft, dass das nur leere Worte sind. Nun ist es leider doch zum Krieg gekommen, unvorstellbar und gleichzeitig blutige Realität. Ein Besuch bei der Friedenspagode kann daran zwar wenig ändern, aber vielleicht tut es gerade in solchen Zeiten gut, Orte aufzusuchen, die explizit dem Frieden gewidmet sind und dort ein bisschen Ruhe und Frieden zu tanken.

Wie kommt ihr dorthin?

Die Friedenspagode liegt bei der Hafenzufahrtsstraße, direkt neben der Donau und ist daher gut mit dem Fahrrad zu erreichen, weil der Donauuferradweg direkt dort vorbei führt. Vielleicht wollt ihr dann ja auch noch die 5km zum Friedhof der Namenlosen weiterradeln. Aber ihr könnt den Weg dorthin auch gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln antreten. Wir sind mit dem Bus hingefahren. Von der Busstation (79B, Grünhaufenbrücke) ist es noch ein ca. 10 Minütiger Fußweg, der erst kurz an der Hafenzufahrtsstraße entlang führt und wirklich nicht besonders einladend ist. Doch dann geht es über die Grünhaufenbrücke zum Treppelweg und entlang der Donau stromabwärts. Da Schilder den Weg zur Pagode anzeigen ist der Weg dorthin einfach zu finden. Am Weg dorthin kommt ihr auch am Schiffsmuseum (derzeit leider geschlossen), der einzigen Fähre Wiens und einem Gasthaus vorbei.

Die Friedenspagode in Wien

Die Friedenspagode Wien ist ein buddhistischer Stupa. Ursprünglich waren Stupas kreisförmig aufgeschüttete Grabhügel, die der Bestattung von indischen Herrschern dienten. Doch im Laufe der Zeit haben sie eine Reihe von unterschiedlichen symbolischen Bedeutungen erlangt.

Eine Friedenspagode soll an den Weltfrieden erinnern und die Botschaft von Mitgefühl und friedlicher Koexistenz verkünden. Sie soll dazu beitragen, dass alle Menschen gemeinsam nach Frieden auf der Welt streben und das unabhängig von ihrer Glaubensrichtung. Auch wenn jetzt im Winter noch nichts blüht und die Ufer und Bäume kahl sind, so ist etwas von diesem Friedensanliegen dort spürbar. Und das nicht nur, weil Gebetsfahnen in den Bäumen wehen. Vielleicht ist es eine Atmosphäre, die sich an einem solchen Ort manifestiert, wo immer wieder Zeremonien für den Frieden stattfinden. Wir haben den Blick auf die Donau genossen, das Unspektakuläre des Stupas, den Frieden dort.

Übrigens gibt es auf der ganzen Welt solche Friedenspagoden. Sie wurden unter der Leitung von Nichidatsu Fujii (1885–1985) gebaut, einem Mönch aus Japan. Ihn hat ein Treffen mit Mahatma Gandhi dazu inspiriert. Die ersten Friedenspagoden wurden 1947 in den japanischen Städten Hiroshima und Nagasaki gebaut.

Die Pagode in Wien wurde 1983 eröffnet, sie ist ca. 26 Meter hoch und öffentlich zugänglich. Man kann sie auf halber Höhe umrunden und die unterschiedlichen Reliefs aus dem Leben Buddhas besichtigen, Innenräume gibt es allerdings keine.

Bei der Friedenspagode finden auch regelmäßigen Veranstaltungen der Buddhistischen Gemeinde Wien statt wie z. B. das Vesakh-Fest. Auch dem Jahrestag des Atombombenabwurfes auf Nagasaki wird hier in einer Gedenkzeremonie gedacht. In der Nähe des Stupas befindet sich auch ein buddhistischer Tempel, den haben wir aber nicht mehr besucht.

Friedenspagode Wien
2., Hafenzufahrtsstraße
peacepagoda.net

BriG
Fotos (c) Brigitte Vogt

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