Ausflug zum Friedhof der Namenlosen

Als Kind haben mich Friedhöfe immer sehr fasziniert. Ich bin gerne dorthin gegangen und habe mir immer meine Geschichten zu den Toten ausgedacht. Die Stimmung an diesen Orten mag ich bis heute sehr gerne. Eine durchdringende aber angenehme Ruhe.

In Wien gibt es den Friedhof der Namenlosen, habt ihr schon mal davon gehört? Er liegt im 11. Bezirk in Albern neben der Donau im Industriegebiet. Hier wurden die unbekannten Toten der Donau zwischen 1840 und 1940 begraben.

Radtour einmal anders

Ein Ausflug zur letzten Ruhestätte der Namenlosen? Diese Tour könnt ihr ideal mit einem anschließenden Badetag oder Prater-Besuch kombinieren. Mit Kindern auf den Friedhof? Friedhöfe können spannende Orte sein, auch um mit Kindern über das Thema Tod zu sprechen. Im kinderinfo-Blog findet ihr auch einen Beitrag über Bücher zum Thema Tod.

Der Weg

Ihr könnt hin und retour dieselbe Strecke fahren oder so wie ich, hin über den Donaukanal und zurück durch den Prater.

Bei der Hinfahrt bin ich am Donaukanal gestartet (Höhe Erdberg U3) und dem Donaukanalradweg Richtung Etrichstraße/ Stadionbrücke bis zum Ende gefolgt. Wenn ihr von der U-Bahn Station Landstraße oder Erdberg an den Donaukanal fahrt, bleibt auf der rechten Seite und folgt dem Weg in Richtung Budapest/ Bratislawa. Eine Zeit lang fährt man hier dann auf einem gesonderten Radweg neben der Schnellstraße und schließlich auch im Industriegebiet. Es gibt aber immer einen Radweg und nur an zwei Stellen ist eine größere Straße zu überqueren. Die Strecke führt auch am Kanal entlang und über beschattete Wege mit vielen Bäumen. Auch wenn die Hinfahrt nicht gerade idyllisch ist, war es doch auch interessant durch diesen Teil von Wien zu fahren und dem Donaukanal in eine Richtung bis zum Ende zu folgen. Der Radweg ist sehr großzügig und eignet sich unter anderem sehr gut dazu, nebeneinander zu fahren.

Streckenverlauf und Pausen

Die Strecke eignet sich für Kinder ab 8 Jahren. Am Weg gibt es mehrere Möglichkeiten für kleine Trink- und Toilettenpausen. Direkt am Donaukanal gibt es einige schattige Wiesenstellen zum Ausruhen, außerdem kommt ihr am Weg an Grillplätzen der Stadt Wien vorbei mit Tischen, Bänken und Dixie-Toiletten.
Ich bin mit Navigation gefahren und habe mich trotzdem ein paar Mal verfahren auf den letzten Metern zum Friedhof. Insgesamt habe ich dann in etwa eine Stunde für eine Strecke gebraucht. Schaut euch den Weg auf jeden Fall gut an, bevor ihr startet.

Ausflugsziel: Friedhof der Namenlosen

Erstmal angekommen findet ihr einen kleinen Friedhof mit einer Kapelle vor. Es gibt ein paar Bänke und Schattenplätze und der Ort lädt zum kurzen Verweilen und Pausieren ein.

Übrigens gab es bis 1939 einen ehrenamtlichen Totengräber, der von der Stadt Wien mit dem Goldenen Verdienstkreuz ausgezeichnet wurde. Er hat die Identität von fast allen von ihm begrabenen Toten recherchieren und so den Namenlosen doch noch Namen zuordnen können. Hier findet ihr noch mehr Details zur Geschichte des Friedhofs.

Zurück durch den Prater

Bei der Rückfahrt bin ich durch den Prater gefahren und dann noch auf die Donauinsel zum Baden. Die Strecke durch den Wald, vorbei an der Maria Grün Kirche ist angenehm kühl und sehr idyllisch. Rausgekommen bin ich dann wieder an der Prater-Hauptallee. Wie wäre es noch mit einem abschließenden Besuch im Stadionbad? Oder ihr lasst den Tag im Prater auf der Jesuitenwiese am Spielplatz ausklingen?

Ausflüge in Wien

Ihr findet auch, dass Friedhöfe spannende Orte sind? Im Kinderinfo-Blog haben wir auch den Zentralfriedhof beschrieben sowie weitere Ausflugstipps.

Welche ungewöhnlichen Orte kennt ihr in Wien?

JuR

Fotos: © Judith Rücker

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