Kleiner Junge mit Schnuller bei den wienXtra-Wasserspielen.

Schnuller ade

Irgendwann kommt in fast allen Familien mit Kleinkindern der Zeitpunkt: Der Schnuller muss weg. Bei den einen früher, bei den anderen später. In vielen Fällen ist der Zahnarztbesuch der letzte Motivationsschub für die Eltern, diesen Schritt gemeinsam mit ihren Kindern anzugehen.

Der richtige Zeitpunkt:

 Ja, es gibt den richtigen Zeitpunkt. Dieser Zeitpunkt ist da,

  • wenn bei den Kindern keine großen Veränderungen anstehen und
  • wenn wir als Eltern bereit sind, die Entwöhnung mit unseren Kindern durchzustehen.
  • Im besten Fall kommt die Entscheidung von den Kindern selbst. Bei uns war es nach dem ersten Zahnarztbesuch.

Never Forget – eine innige Freundschaft

Der Schnulli war bis zu diesem Zeitpunkt, der verlässlichste Wegbegleiter.
Wenn alle Stricke reißen und sogar Mama blöd ist, ist er einfach da.
Er fragt nicht, sagt nichts, sondern ist einfach nur da – ein wahrer Freund.

Kleines Mädchen schmiegt sich an Papa.
(c) Banana Stock Ltd

Mit diesem Wissen im Hinterkopf verwundert es nicht, dass es den Kleinen oft sehr schwer fällt loszulassen. Eine richtig große Umstellung in ihrem Leben!

Fels in der Brandung – das wichtigste Hilfmittel

Eltern die den Kummer, die Tränen und die etwaige Verzweiflung einfach verstehen und  respektieren. In dieser Situation helfen keine Erklärungen, da hilft nur Geduld und Verständnis.

Gute Vorbereitung

  • Langsame Entwöhnung: Schritt für Schritt immer mehr Schnuller freie Zeit einführen bis er nur mehr zum Einschlafen gebraucht wird.
    Mein Tipp: Mit den BetreuerInnen im Kindergarten zusammen arbeiten, erleichtert das Ganze ungemein.
  • Schnullerfee und Schnuller-Abschiedsbücher lesen! Ich hab unzählige Schnuller-Fee Bücher aus der Bücherei immer wieder ausgeborgt und vorgelesen.

Kleine Geschenke versüßen das Leben

Es gibt zahlreiche Rituale und Varianten den Kleinen den ersten Schritt, das Abgeben und Verabschieden zu erleichtern:
Schnulli-Fee, Schnulli-Baum, Abschied-Partie, Nickolo, Christkindl, Osterhase …

Wir haben uns für diese Variante der Schnuller-Fee entschieden. Sie hat super funktioniert, deshalb …

1. Tag: Der Schnuller wird von den Kindern am Nachmittag selbst  auf die Fensterbank gelegt. Am Abend vor dem Kleinkindern den Schnuller abgewöhnen. Abschiednehmen vom Schnuller.Abendessen bringt die Schnuller-Fee ein Geschenk und einen Brief.
Im Brief bedankt sich die Fee für den Schnuller, den ein anderes Baby ganz dringend braucht. Außerdem verspricht sie auch in den nächsten 6 Tagen, jeden Tag einen Sprung vorbei zu schauen, ob eh alles in Ordnung ist. Die Freude über das Geschenk & den Brief war riesig, aber ist beim Schlafengehen auch gleich wieder erloschen.

Das erste Mal einschlafen ist dann wirklich hart für die Kleinen. Manchmal helfen Stofftiere oder Spieluhren, die sie als Babys hatten ein bisschen. Diese Helferleins sind auch praktisch, wenn sie in dieser Nacht aufwachen und den Schnuller haben wollen. Auf alle Fälle sollte man sich als Elternteil darauf einstellen, dass man in dieser Nacht einfach Geduld haben, die Tränen aushalten und für sie da sein muss.

2. Tag: Die Schnulli-Fee hat eine kleine Nachricht – Postkarte mit z. B. Tierstickern – geschrieben. In der Nachricht gratuliert sie zur ersten überstandenen Nacht – eine kleine Belohnung kann da schon noch dabei sein.

Die zweite Nacht ist dann schon leichter. Wahrscheinlich gibt es noch Tränen, aber die Kinder schlafen schon etwas leichter ein.

3. Tag: Je nachdem wie es den Kindern geht, erhalten sie kürzere oder längere Nachrichten, in denen die Schnullerfee zum großen Erfolg gratuliert. Entweder mit kleinen Geschenken oder auch nicht.

Große und kleine Schwestern haben Spaß beim Spielen miteinander.
(c) Brand X Pictures

6. Tag: Nun verabschiedet sich die Schnuller-Fee, weil sie sich um die Babys kümmern muss. Bei Bedarf kann sie natürlich immer noch gerufen werden.

Kleine Nachbeben

So, wenn nun die erste Woche erfolgreich überstanden ist, hat sich meistens alles beruhigt und normalisiert. Der Schnulli ist nun kein Thema mehr. Wundert euch aber nicht, wenn nach 3 Wochen und nach 3 Monaten der Schnulli plötzlich aus heiterem Himmel wieder Thema wird. Die kleinen Nachbeben sind ganz normal, meistens kurz und leicht und hören auch schnell wieder auf.

reg

Titelfoto © Bubu Dujmic

 

 

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