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Baderegeln

Für alles mögliche gibt es Regeln und irgendwie scheinen es immer mehr zu werden. Dabei kenn ich einige, bei denen allein das Wort Regeln zu Gänsehaut und Widerstand führt. Also was um alles in der Welt bringt mich dazu jetzt auch noch über Baderegeln zu schreiben? Sind die nicht eh unnötig? Oder hinlänglich  bekannt? Und gibt es da nicht so viele Ausnahmen, bei denen die Regeln dann doch nicht stimmen? All das trifft wohl ein bisschen zu, dennoch: Ich werde immer wieder nach verschiedenen Aspekten davon gefragt. Dabei geht es meist nicht nur um die Regeln an sich, sondern um die – oft medizinischen – Hintergründe dazu. Daher hab ich mit einem Kinderarzt, Dr. Josef Bernhard Pichler, über einige Baderegeln gesprochen und mir erklären lassen, was dahinter steckt.

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(c) reg

Warum soll man mit Ohrenschmerzen nicht schwimmen?

Wenn ihr nicht gesund seid, belastet jegliche Anstrengung den Körper mehr als üblich. Besonders, wenn ihr Fieber habt, solltet ihr daher keinen Sport machen. Bei Ohrenschmerzen geht ihr also besser nicht schwimmen, springen oder tauchen. Denn durch längeren Aufenthalt im Wasser wird die Schutzschicht im Gehörgang aufgeweicht. Dadurch können Keime leichter eindringen und sich vermehren. Wenn eure Kinder nach dem Schwimmen öfters Ohrenprobleme haben, könnt ihr euch Gehörschutz, sogenannte Schwimmotoplastik besorgen.

Muss man sich Hinweisschilder wirklich so genau anschauen?

Ja, denn besonders in unbekannten Gewässern können sie lebenswichtig sein: z. B. wenn sie vor Strudeln oder Untiefen warnen. Oft stehen auch am Eingang eines Schwimmbades oder rund um einen Badeteich Hinweisschilder, die angeben, was erlaubt und was verboten ist. So kann es sein, dass Springen nur an einer bestimmten Stelle erlaubt ist, weil das Wasser sonst nicht tief genug ist. Sich an Hinweisschilder zu halten macht also Sinn.

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(c) Brigitte Vogt

Warum soll man vor dem Schwimmen duschen?

Duschen dient natürlich der Hygiene. Aber sich abzukühlen, bevor ihr schwimmen geht ist mindestens genauso wichtig. Überhitzt in kaltes Wasser zu Springen belastet nämlich den Kreislauf und das kann gefährlich werden.

Warum soll man mit blauen Lippen raus aus dem Wasser?

Blaue Lippen bekommt man, wenn einem kalt ist. Spätestens dann sollte man raus aus dem Wasser und sich aufwärmen. Denn wenn euch kalt ist, könnt ihr leicht Krämpfe bekommen! Krämpfe sind nicht nur unangenehm und schmerzhaft, im tiefen Wasser können sie gefährlich werden, weil ihr dann vielleicht nicht mehr gut schwimmen könnt.

Warum soll man nicht direkt nach dem Mittagessen in Wasser?

Besonders wenn ihr viel gegessen habt, ist es sinnvoll, eine Stunde zu warten, bevor du wieder ins Wasser gehst. Diese Pause nach üppigem Essen macht bei jeder sportlichen Betätigung Sinn. Denn nach dem Essen muss das Gegessene verdaut werden. Dazu benötigt der Verdauungstrakt Blut, das an anderer Stelle abgezogen wird. Schwimmen und im Wasser herumtoben kostet allerdings Energie. Hungrig über den See zu schwimmen ist also auch keine gute Idee.

Was ist an Wetten oder Mutproben schlimm?

Bei Wetten oder Mutproben geht man leicht über die eigenen Grenzen hinweg. Lass dich nicht dazu überreden, etwas zu tun, was du nicht gut kannst oder wovor du Angst hast z. B. weiter hinausschwimmen als üblicherweise oder ins Wasser springen, wo du ein mulmiges Gefühl hast.
Apropo Springen: Spring nur, wo es erlaubt ist! Du darfst dabei niemanden in Gefahr bringen! Spring nicht in Gewässer, die du nicht kennst, es könnte gefährlich sein! Ruf Hilfe, wenn jemand in Gefahr ist!

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(c) Brigitte Vogt

Falls du dein Wissen über die Österreichischen Baderegeln testen möchtest, dann macht vielleicht dieser lustige online Test Spaß. Die Österreichischen Baderegeln findest du auf der Homepage der Österreichischen Wasserrettung und beim Samariterbund. Was ihr für die verschiedenen Schwimmabzeichen können müsst, ist auf der Seite des Österreichischen Wasserrettungswesens beschrieben.

BriG
Fotos (c) wienXta,

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