Straßenspiele

Spielen auf der Straße, das erscheint in einer Großstadt erst einmal unmöglich. Zu viel Verkehr, zu viele Parkplätze und zu wenig Freiraum. In Wien gibt es immerhin einige Spielstraßen, die zu bestimmten Zeiten nur den spielenden Menschen gehören. Und natürlich bietet Wien eine ganze Menge flacher, asphaltierter Flächen, die nicht nur kleine Kinder zur Nutzung einladen. Bei mir in der Nähe sind der Naschmarkt und der Karlsplatz, wo abends Kleinkinder Fahrradfahren üben, größere Kids mit dem Roller herumflitzen und Jugendliche mit Skateboards halsbrecherische Sprünge wagen. Oft gibt es auch in Parks Freiflächen und Wege, die ideal für Straßenspiele sind.

Hier stellen wir euch unsere Lieblingspiele vor.

Tempelhüpfen

Es ist auch als Tempelspringen, Himmel und Hölle, Hickelkasten oder Paradieshüpfen  bekannt. Dieses Spiel kann man alleine oder auch mit mehreren Kindern spielen. Es ist ein altes

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Spiel, das sicher in vielen unterschiedlichen Varianten bekannt ist.

Material

  • gerade Fläche
  • Straßenkreide
  • kleine Steine

Vorbereitung

Zuerst wird das Spielfeld, der sogenannte Tempel, aufgemalt. Es gibt viele unterschiedliche Arten, wie das Spielfeld aussehen kann.

Regeln

Die  Spieler_innen werfen nacheinander einen Stein in eines der Felder in aufsteigender Reihenfolge von 1 bis zur höchsten Zahl. Wird das passende Spielfeld getroffen, hüpft er_sie auf einem Bein los und lässt das Feld mit dem Stein aus, hüpft also darüber hinweg. Die Spieler_innen treten jeweils nacheinander an. Beim letzten Feld ( dem “Himmel”) dreht sich das Kind um und hüpft zurück. Am Rückweg muss das Steinchen wieder mitgenommen werden. Die Spieler_innen treten jeweils nacheinander an.

Wenn ein Fehler gemacht wird, kommt der_die nächste Spielerin an die Reihe. Fehler können z. B. sein:

  • in das falsche Feld springen (in der falschen Reihenfolge oder in das Feld mit dem Stein)
  • den Boden mit beiden Füßen berühren (außer das Feld erlaubt dies, z. B. im “Himmel” oder bei zwei Feldern nebeneinander)
  • die Linien des Spielfeldes mit dem Fuß berühren

Gummitwist

(c)(c)_pixarbay
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Für dieses Bewegungsspiel braucht ihr nur wenig Platz. Ihr könnt es auf Spielplätzen, Vorplätzen oder zum Beispiel auch in den Höfen des MuseumsQuartier sehr gut spielen. Wer sehr verständnisvolle Nachbar_innen hat oder im Erdgeschoß wohnt, kann es auch prima zu Hause tun. Wichtig ist nur, dass der Untergrund halbwegs eben ist. Abgesehen davon eignet sich Wiese genauso wie Aspalt, Sand- oder Waldboden. Beim Gummihüpfen trainieren Kinder Rhythmus, Geschicklichkeit und Köperbeherrschung.
Material

  • Hüpfgummi
  • 3 Spieler_innen

Regeln und Varianten

Zwei der Mitspieler_innen spannen den Hüpfgummi und die_der Dritte springt. Sobald die_der Springer_in einen Fehler macht, werden die Plätze getauscht. Den Schwierigkeitsgrad steigert ihr mit der Höhe des Gummis. Wir haben als Kinder vom Knöchel bis zur Schulter gespielt, also:  Knöchel – Wade – Knie – Unterpo – Hüfte –  Achselhöhe

Sprücherl und [Hüpfmuster]:    

  • Ho-ho-ruck-ruck [links-links-rechts-rechts]
    daisy-daisy-duck-duck [links-links-rechts-rechts]
    mickey-mickey-mouse-mouse [links-links-rechts-rechts]
    rein-rein-raus-raus. [mitte-mitte-raus-raus]
  • Seite-Seite-Mitte-Grätsche [links-rechts-mit beiden Beinen in die Mitte-Beine grätschen]
    Seite-Seite-Mitte-raus. [links-rechts-mit beiden Beinen in die Mitte-mit beiden Beinen raus]
  • Beim dritten Spruch hüpfen die Kinder genau das, was im Spruch vorkommt. Diese Variante unterstützt die Kinder beim Erlernen der Unterscheidung von Rechts und Links.
    Mitte
    links-rechts-links,
    Mitte
    rechts,
    Mitte,
    links,
    Mitte-Grätsche-Mitte-raus

Bei vielen anderen alten Spielen braucht man mehr Mitspieler_innen. Beim Gummihüpfen reichen zwei Personen plus Sessel oder Baum aus. Das gefällt mir am Gummihüpfen so gut. Ihr könnt es notfalls auch allein mit eurem Kind spielen. Wer selber nicht so gerne hüpft, ist halt dann hauptsächlich als Gummi-Spanner_in im Einsatz. Das Spiel eignet sich auch sehr gut für unterwegs, weil ein Hüpfgummi findet in jeder Tasche Platz.

Noch mehr Sprüche und Anleitungen findet ihr zum Beispiel auf labbe.de/zzzebra/index.asp?themaid=361

Seilspringen

(c)(c)_pixabay
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Seilspringen ist ein echter Klassiker der Straßenspiele. Seilspringen geht alleine aber auch mit mehreren zusammen. Das Bewegungsspiel macht Spaß und fördert dabei die eigene Koordination. Es gibt viele Möglichkeiten das Spiel schwieriger zu gestalten und das Tempo zu erhöhen.

Material

  • ein Seil
  • am einfachsten springt es sich auf einem harten und ebenerdigen Boden

Tipps für die passende Seillänge:

Springt ihr alleine mit dem Seil, könnt ihr die für euch passende Seillänge bestimmen, indem ihr hüftbreit auf das Seil stellt und das Seil auf Hüfthöhe greift.
Seid ihr mehrere, können zwei das Seil schwingen. Merkt ihr, dass das Seil zu leicht ist und nicht richtig  im hohen Bogen schwingt, könnt ihr 1 bis 2 Knoten mit ca. 30 cm Abstand in die Mitte des Seils knoten, dann fällt das Seilschwingen leichter. Am besten schwingt es sich mit gestreckten Armen.

Regeln und Varianten

Es gibt viele tolle Reime und Lieder für das Seilspringen, die gleichzeitig Varianten und Regeln ins Spiel bringen.
Hier stellen wir euch drei Reime vor:

Erster Reim:
Schwingt zu zweit das Seil. Ein drittes Kind fängt mit dem Springen an und befolgt die Reimangaben. Kommt das Seil zum Stehen, wechseln die Kinder die Plätze.

“Teddybär, Teddybär, spring hinein!
Teddybär, Teddybär, heb dein Bein!
Teddybär, Teddybär, mach dich krumm!
Teddybär, Teddybär, ganz herum !
Teddybär, Teddybär, ruh dich aus!
Teddybär, Teddybär, spring hinaus!”

Zweiter Reim:
Hier werden die Sprünge gezählt. Kommt das Seil zum Stehen gibt es einen Wechsel. Schwingt zu zweit das Seil und beginnt mit dem Abzählreim:
“Die Kaiserin von China, mit Namen Katharina, die war noch viel zu klein, um Kaiserin zu sein.
Drum stieg sie immer weiter, auf der Hühnerleiter, 1, 2, 3, …”

Dritter Reim:
Bei dieser Variante gibt es bei der „4“ einen Wechsel und ein neues Kind darf springen.
Schwingt das Seil und:
“Hilfe, hilfe ich ertrinke,
Katja [als Beispiel], Katja rette mich,
rettest du mich nicht,
dann ertrinke ich,
und 1 und 2 und 3 und 4 (auf “4” springt das erste Kind raus und das vorher gerufene Kind rein) ”

Kennt ihr lustige Sprüche fürs Gummihüpfen oder Seilspringen oder eine spannende Tempelvariation? Welche alten Straßenspiele und Spiele spielt ihr mit euren Kindern?

Für manche Sportarten ist die Stadt geradezu ideal, z. B. Skaten. Aber es gibt auch neuere Urban Sports wie Free running, Parcour oder Slacklinen –  dafür ist eine Großstadt die perfekte Umgebung. Mehr Einblick, was das ist und wo Kinder Trainingsmöglichkeiten finden, bekommt ihr hier. Unterschiedliche Bewegungsangebote in Parks findet auf kinderinfowien.at/infos-a-z/bewegung-im-park/

BriG, Feli, reg
Fotos (c) pixarbay und wienXtra

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