Tod und Trauer bei Kindern unter 3 Jahren

Auch wenn wir unsere Kinder gern davor bewahren möchten, so werden sie manchmal viel zu früh mit dem Tod konfrontiert. Wie nehmen kleine Kinder das wahr? Wie können wie sie bei der Verarbeitung unterstützen? Wir haben bei rainbows nachgefragt, die – ebenso wie der rote Anker von Caritas Sozialis – Trauerbegleitung für Kinder anbieten.

(c) vlanka, Pixabay

Kinder unter drei Jahren leben in der Gegenwart. Der Tod ist für sie nicht begreifbar, er ist nichts Endgültiges. Sie vermissen den Menschen, der verstorben ist, aber in diesem Alter bedeutet Tot-Sein dasselbe wie Nicht-da-Sein auf Zeit. Dies beeinflusst auch ihre Trauer.

Ein Beispiel: Die dreijährige Marie regt sich furchtbar auf, als ihre Mutter bei der Aufzählung ihrer Geburtstagsgäste Oma nicht erwähnt. Sie erklärt, dass Oma bis zu ihrem vierten Geburtstag schon zurück sein müsse, weil das Tot-Sein doch nicht so lange dauern kann.

(c) Quim Muns, Pixabay

Für die Kinder ist der Tod nichts anderes als ein langer Schlaf oder eine Reise. Der Betroffene wacht wieder auf oder kommt von seiner Reise zurück. Für kleine Kinder bedeutet der Tod emotional vor allem Entzug und Entbehrung von Wichtigem. Gefühlsmäßig werden vorrangig die Auswirkungen erfasst, die ein Todesfall in der Umgebung des Kindes auslöst. Sie reagieren mit Suchen und lassen ihren Gefühlen – Wut, Zorn etc. – freien Lauf. Sehr kleine Kinder sind „unrund“, sie weinen häufig scheinbar grundlos und legen oft ein verändertes Ess- oder/und Schlafverhalten an den Tag.

Den Tod können Kinder umso eher begreifen, je klarer er ihnen ist

Dazu ist es wichtig zu verstehen, dass der Tod

  • das Ende jeder Körperfunktion bedeutet (Nonfunktionalität),
  • dass er nicht rückgängig gemacht werden kann (Irreversibilität),
  • dass er alle Menschen, Tiere und Pflanzen trifft (Universalität)
  • und einfach zum Leben gehört (Kausalität).

Was Kindern in diesem Alter helfen kann

Besonders hilfreich für junge Kinder, um den Tod eines nahestehenden Menschen zu bewältigen ist daher:

  • Zuwendung und Geborgenheit geben.
  • Den gewohnten Ablauf der Aktivitäten beibehalten (Pflege, Essenszeiten, Einschlafrituale u. a.).
  • Bilderbücher und Geschichten zum Thema Leben, Sterben und Tod.
  • Ehrliche, klare Antworten auf die Fragen, auch wenn diese mehrmals gestellt werden.
(c) TrinyM, Pixabay
  • Einen vorübergehenden Rückfall in frühere Altersstufen akzeptieren. Damit begeben sich Kinder gewissermaßen auf ein „sicheres Terrain“ und holen sich damit die Sicherheit zurück, die ihnen durch den Tod eines geliebten Menschen ein Stück verloren geht. Keine Sorge, dieser Rückfall auf frühere Verhaltensweisen (sind viel anhänglicher, brauchen wieder den Schnuller oder den Daumen, nässen wieder ein) wird in der Regel bald überwunden.

Anlaufstellen und Orientierung bei Trauer

  • Akuthilfe bei einem plötzlichen Trauerfall gibt es bei der Krisenintervention oder der Boje.
  • Tipps für große und kleine Trauernde, Anlaufstellen und Selbsthilfegruppen für Eltern sowie Vereine, die Eltern von verstorbenen und stillgeborenen Babys unterstützen findet ihr hier bei Hospiz Österreich.
  • Trauerbegleitungen auch für Kinder bietet neben Rainbows auch der rote Anker von Caritas Sozialis – an.
(cc) Manuel Larrañaga, Pixabay

Weitere Beiträge zum Thema Tod und Trauer

Gastbeitrag von Dagmar Bojdunyk-Rack, GF rainbows.at – Begleitung und Unterstützung für Kinder und Jugendliche nach einer Trennung/Scheidung der Eltern oder dem Tod nahestehender Menschen.

Titelbild (cc) Israel Navarro, Pixabay; Fotos (cc) Pixabay: ) Manuel Larrañaga, TrinyM, vlanka, Quim Muns,

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.