Winterwanderung zur Araburg

Letztes Wochenende sind wir zur Araburg gewandert. Das ist eine schöne, ca. zweistündige Wanderung zur höchstgelegenen Burgruine Niederösterreichs. Wer die Wanderung abkürzen möchte, kann bis zum Parkplatz unterhalb der Araburg fahren, von dort sind es nur noch 30 Minuten. Das Burgstüberl hat leider erst ab April wieder geöffnet, aber es gibt einen Snackautomaten und Wasser und auch die Toiletten sind geöffnet und geheizt. Die Ruine ist beeindruckend und mir haben die Wanderung und die schönen Ausblicke wirklich gut gefallen, aber am meisten begeistert hat mich die Ausstellung dort, die auch jetzt im Winter zugänglich ist.

Wanderung zur Araburg

Wir haben in Kaumberg am Marktplatz geparkt und sind von dort Richtung Kirche gestartet. Diese Wanderung war bei Bergfex mit 8,66km, 309hm und 2:30h angegeben und ist gut ausgeschildert. Zuerst ging es also die Stiegen hinauf zur Pfarrkirche. Nach ca. 1 km haben wir auf der Straße das Ortsgebiet verlassen und sind bald links auf einen Wiesenweg abgebogen. Ab hier lag Schnee und es war gut, dass wir Wanderstöcke und Wanderschuhe hatten, da er teilweise rutschig war. Schon bald war die Araburg zu sehen und bietet dann eine gute Orientierungsmöglichkeit.

Bei einem Bauernhof ging es ein Stück wieder der Straße entlang, bis wir zum Parkplatz unterhalb der Araburg gestoßen sind. Dort geht es dann auf einem Waldweg zur Ruine hinauf. Bald zweigt linker Hand ein steiler Steig ab, der direkt hinauf führt. Doch da es ziemlich rutschig war, sind wir am Waldweg geblieben und sind den bis weit oben entlang gewandert, indem wir uns rechts gehalten haben. Das letzte Stück geht es über den Ing.-Josef-Lux-Weg, wo eine Wiese herrliche Ausblicke bietet und schon bald die Burg erreicht ist. Zurück könnt ihr die gleiche Strecke gehen oder diese Rundwanderung machen. Wir sind beinahe bis zum Bauernhof zurückgewandert doch dann rechts die Straße ca. 30 Minuten nach Kaumberg hinunter gegangen. Es war zwar nicht besonders viel Verkehr, aber die Aufstiegs-Variante fand ich deutlich schöner.

Die Araburg heißt Familien willkommen!

Die Araburg liegt auf 799hm und ist eine wirklich schöne Burgruine. Von außen wirkt es gewaltig, wie sie auf dem hohen Felsen thront, drinnen dagegen scheint es auf den ersten Blick beinahe kuschelig klein. Für Familien ist es ein tolles Ausflugsziel: Schon vor dem Eingang gibt es einen geheizten Wickelraum, gleich neben dem Eingang steht ein kleiner Snackautomat und über die Treppe hinauf, kann man von der Terrasse aus einen Blick ins Umland werfen. Wir haben dort auf den Stiegen eine Pause gemacht und die Sonne genossen. Viel mehr gibt es in dem vorderen Bereich jetzt im Winter nicht, da das Burgstüberl geschlossen ist. Doch ihr solltet auch den hinteren Bereich der Burg mit dem Scenarium erkunden.

Das Scenarium – der Ausstellungsbereich auf der Araburg

Ganz besonders toll fand ich nämlich das Ausstellungskonzept der Burg. Der Kartenautomat ist auch im Winter zugänglich und erst war ich nicht überzeugt, ob das überhaupt Sinn macht. Doch dann wollte ich einfach mehr von der Burg sehen. Der Bereich hinter dem Drehkreuz geht nach oben und führt zuerst unter einem Tor hindurch, wo seitlich die geöffneten Toiletten sind, wo ihr auch Wasser nachfüllen könnt. (Wenn ihr nur die Toiletten aufsuchen möchtet ist das jetzt auch ohne Bezahlung möglich, da das Drehkreuz bei unserem Besuch geöffnet war.) Über den Knappentrakt, wo ihr unter anderem ein Kettenhemd bestaunen und auch dessen Gewicht prüfen könnt geht es nach hinten in die Stube hinein. QR Codes neben den Gegenständen bieten weitere Informationen und Videoinstallationen von früheren Burgbewohner_innen geben Einblicke in Living History.

Daran schließt sich die Küche an, die sehr nett gestaltet ist und wo mich die unerwartete Videoinstallation erst mal erschreckt hat. In der Georgskapelle habe ich die gregorianischen Chorale vom Stift Heiligen Kreuz genossen. Doch den Besuch auf dem Burgfried hab ich mir für den Sommer aufgespart. Die Stiegen dort hinauf waren jetzt teilweise verschneit und vereist und mir daher nicht ganz geheuer, obwohl andere Besucher_innen sich davon nicht abschrecken ließen. Bestimmt ist es ein toller Ausblick von ganz oben!

Ich hätte auf dieser verschneiten Burg nicht so eine liebevoll zusammengestellte, innovative, informative und ansprechend gestaltete Ausstellung erwartet.

Araburg
2572 Kaumberg
Die Ausstellung ist ganzjährig von 7 Uhr bis 21 Uhr geöffnet.
Das Brugstüberl ist von 1. April bis 31. Oktober Wochentags von 9-18 Uhr (Dienstag Ruhetag) und am Wochenende bzw. Feiertags von 8-19 Uhr geöffnet.
araburg.com

Lust auf Mehr?

Ob Schneeberg, Harzberg oder Leopoldsberg: Wenn ihr gerne in der Natur seid, dann schaut euch doch unsere Wanderbeiträge hier im Blog an. Burgen, Schlösser und Ruinen sind tolle Ausflugsziele, hier findet ihr unsere Tipps in und um Wien.

BriG
Fotos (c) Brigitte Vogt, Titelbild (c) Eva Trettler

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.