Wandern am Schneeberg

Wandern mit Kindern – Allgemeine Überlegungen

Ich bin gern draußen in der Natur, meine Familie auch. Was lag also näher, als mit den Kindern wandern zu gehen. Allerdings bemerkte ich rasch, dass das Vorbereitung bedeutete. Sobald die Kinder größer wurden, nicht mehr im Kinderwagen sitzen bleiben wollten, selbst gehen wollten, war ich gefordert. Es galt, passende Wanderungen zu finden.

  • Keine Rundwanderungen! Die waren damals nicht geeignet, da bei Desinteresse eines Kindes die Wanderung abgebrochen oder verkürzt werden sollte.
  • Ideal waren Wanderrouten, die zu einem Gasthaus oder einer Schutzhütte führten – dann musste weniger mitgeschleppt werden. (Lainzer Tiergarten – Rohrhaus, Jägerwiese im Wienerwald oder Hohe Wand)
  • Außerdem war immer viel Zeit einzuplanen, denn die Kinder wollten an jedem Bächlein spielen, Bäume zum Klettern oder Balancieren nutzen und Tiere am Wegrand untersuchen. Oft genug ging es denen gar nicht um ein Gipfelerlebnis oder sportlichen Ehrgeiz. Ganz im Hier und Jetzt war bei ihnen immer der Weg ihr Ziel.
  • Überlegt euch am besten im Vorhinein, wie viele Steine, Stöckchen, Knochen oder Schnecken eure Kinder mitnehmen dürfen. Vielleicht gibt es ja eine Ecke, wo sich die Mitbringsel gut machen? Bei uns wurde eine Ecke im Garten dafür freigegeben.

Mit dem Alter der Kinder änderten sich die Bedürfnisse.

  • Einerseits waren sie bereit, ihr Getränk und ihre Regenjacken und benötigtes Spielzeug selbst zu tragen.
  • Andererseits mussten die Wanderungen spannender sein. Tiere lockten immer, auch Seen, Bäche zum Spielen im Sommer oder Rodelwiesen im Winter.
  • Bei langweiligen Forstwegen ging es um Spiele, die den Weg in den Hintergrund treten ließen. Idealerweise kamen Freundinnen mit. Sonst spielten wir oft Personen raten oder erzählten uns gegenseitig Geschichten.
  • Später suchte ich nach Wanderungen, die über kleine Steige oder querfeldein führten. Eine Art Orientierungswandern selbstgemacht.

Die Wanderungen wurden mit zunehmendem Alter länger und fordernder. Wie ich, mochten meine Kinder hochalpines Gelände und verfügten über die benötigte Ausdauer und das Geschick dafür. Ich kann mich noch gut erinnern, als nach unserer ersten Mehrtages-Wanderungen und einem Abstieg von 1500 Höhenmetern meine Knie beleidigt reagierten, während meine 8 Jährige noch munter über die Wiese sprang.

Spazieren, Wandern, in der Natur sein. Versucht es doch auch, es ist einfach fein, gemeinsam unterwegs zu sein, die Natur zu entdecken und manchmal den eigenen Schweinehund zu überwinden 🙂

BriG
Fotos © Brigitte Vogt

 

 

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