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Schule kann mehr

Wenn man schulpflichtige Kinder hat, dann kommt man mit unterschiedlichsten Menschen auf das Thema Schule zu sprechen. Mich schockiert manchmal, wie negativ der Blick oft ist. Erst neulich wieder hat ein Bekannter gemeint, dass es den Lehrer_innen viel zu schnell gelungen ist, seinen Kindern die Neugierde abzugewöhnen und dass in der Schule nichts von Belang gelernt wird. Und eine Freundin meinte, ihr Sohn habe auf die Frage “Wie waren denn die ersten Schultage?” geantwortet “Die Schultüte war super! Aber eigentlich wollte ich da am nächsten Tag nicht mehr hin.”

Ich bin der festen Überzeugung, dass Schule mehr kann, dass es Schulen und Lehrer_innen gibt, die sich bemühen, die die Neugier der Kinder nicht nur erhalten sondern sie anstacheln, die zum Ausprobieren anregen und ihre Begeisterung für ein Fach weitergeben oder sich als Gegenüber zur Verfügung stellen, an dem sich z. B. pubertierende Kinder abarbeiten können. Schon klar, ich kenne genug andere Geschichten und hab selbst auch schon meinen Teil erlebt. Trotzdem, es gibt auch das Andere, den Aufbruch, den an vielen Orten Schulen, Direktor_innen, Lehrer_innen, Eltern und Schüler_innen gemeinsam machen. Wenn ihr euch also andere Schulen für eure Kinder wünscht, dann seit ihr nicht allein, das tun viele!

Hier sind meine 5 Lieblings-Initiativen:

  • Schule im AufbruchSchule im Aufbruch

Schule im Aufbruch ist eine Austausch-Plattform für alle, die eine konstruktive Veränderung wollen.

Neben Vorträgen und Know-how bietet Schule im Aufbruch ein Netzwerk von Menschen, die sich für die Transformation von Schulen engagieren möchten: Lehrer_innen, Schüler-Innen, Eltern und Interessierte. Außerdem gibt ein Kompass, ein Reiseführer und Webinare jede Menge Tipps. Lasst euch inspirieren – denn es gibt beeindruckende Beispiele, internationale aber auch in Österreich! Das macht doch Mut und liefert Impulse zu Veränderungen.

Wie ihr an eurer Schule vorgehen könnt, erfahrt ihr bei Schule im Aufbruch auch im Online Kurs “Meine Schule transformieren – Ein Reiseführer”.

  • jedes K!ND 

Deren Ziel ist eine Schule, die jedes Kind in seiner Einzigartigkeit und Freude am Entfalten unterstützt. Derzeit benachteiligt unser Schulsystem viel zu viele Kinder. Da liegt noch Arbeit vor uns, damit jedes Kind die Bildung erhält, die es verdient! jedesK!ND will sich darum kümmern. Schritt für Schritt. Denn sie wollen sicht- und spürbare Erfolge für jedes Kind! Dafür brauchen sie unsere Hilfe! Darum schaut doch am 2. 10.2018 im ZOOM Kindermuseum vorbei: dort findet die nächste Veranstaltung  zum Thema “Jedes Kind hat Stärken!” statt.

Initiativen die der Benachteiligung entgegenwirken wollen

Wir alle wissen, dass unser Schulsystem manche Kinder systematisch benachteiligt. Daher haben sich verschiedene Initiativen gebildet, die dies ausgleichen möchten, z.B.

  • Teach for Austriahttps://blog.kinderinfowien.at

Wie wichtig Lehrkräfte sind, wissen wir alle. Hilfreiche, unterstützende oder motivierende LehrerInnen verändern Lebenswege! Darum rekrutiert Teach For Austria Hochschulabsolvent_innen für ein zweijähriges Fellowprogramm. Diese werden geschult und gehen als vollwertige Lehrkräfte an ausgewählte Zielschulen.

Dabei möchten sie besonders jene Kinder unterstützen, die durch unser Bildungssystem benachteiligt sind. Kinder, deren Familieneinkommen im untersten Bereich liegt und deren Eltern geringe oder keine Bildungsabschlüsse haben. So werden Schulen gewählt, bei denen durchschnittlich 85 Prozent der Kinder eine nichtdeutsche Muttersprache haben. Die Fellows helfen den Kindern durch ihre Unterstützung den Bildungsrückstand aufzuholen und dadurch den sozialen Aufstieg möglich zu machen.
Zur Zeit unterrichten Teach for Austria Fellows an Neuen Mittelschulen und Polytechnischen Schulen in Wien, Niederösterreich und Salzburg.

  • Big Brothers – Big Sisters

Auch ihnen ist es ein Anliegen, dass alle Kinder eine echte Chance auf persönliche Entwicklung bekommen. Daher versuchen Sie eine unterstützende Begleitung all jenen anzubieten, die unter erschwerten Bedingungen aufwachsen. Dabei kann es sich um einen Schicksalsschlag in der Familie, besondere Herausforderungen wie z.B. Gewalterfahrungen, Schulwechsel, Migrationshintergrund oder um das Aufwachsen in Ein-Eltern-Familien handeln. Durch die Begleitung sollen die persönliche Stärken unterstütz werden. Unter dem Motto “Miteinander Lachen – voneinander lernen” wird in einem behutsamem Miteinander ein Prozess gestartet, individuelle Talente weiter zu entwickeln. Vielleicht möchtest du dich ja als Mentor_in einbringen? Oder kennst du ein Kind zwischen 6 und 17 Jahren, das davon profitieren könnte? Dann schau doch bei Big Brothers Big Sisters vorbei.

  • Lernen macht Schulehttps://blog.kinderinfowien.at

Lernen macht Schule setzt ebenso bei der Tatsache an, dass Armut im Elternhaus die Chancen auf Bildung massiv einschränkt und richtet sich an Kinder aus Einrichtungen der Caritas Wien bzw. des Lernhauses des Österreichischen Roten Kreuzes. Gestartet wurde es von Initiator_innen der Caritas Wien und der Wirtschaftsuniversität Wien, unterstützt wird es von REWE International AG. Lernen macht Schule ist ein Freiwilligenprogramm der WU. Die Student_innen treffen sich mit Kindern aus sozial benachteiligten Bevölkerungsgruppen und lernen mit- und voneinander. Nach einer mehrtägigen Ausbildung begleiten die Student_innen ihre_n jeweiligen Buddy/s für ein Studienjahr. Wie die Treffen aussehen, richtet sich dabei nach dem Bedarf der Kinder bzw. Jugendlichen. Bei manchen steht das Lernen für Prüfungen im Vordergrund. Bei anderen ist die gemeinsame Freizeitgestaltung genauso wichtig. Begleitet werden sie von erfahrenen MitarbeiterInnen der WU und der teilnehmenden NPOs, die Sie auf ihre Tätigkeit vorbereiten und vor Ort unterstützen. Die Erfahrungsberichte zu Lernen macht Schule klingen sehr fein – ein Gewinn für alle Beteiligten und ein Schritt in Richtung Annäherung und Integration.

 

Es tut mir einfach immer wieder gut, zu sehen, was alles auch und gerade im Positiven in Bewegung ist und dann meine Energie eher in diese Richtung zu lenken. Jammern hilft manchmal, ist ja auch Psychohygiene, aber das anzupacken, was man ändern kann, gemeinsam mit Gleichgesinnten, das finde ich wirklich Befriedigend.

BriG

Foto ©

 

BriG

Titelfoto © Teach For Austria (c) David Blacher

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