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Lernen leicht gemacht – geht das?

Als die Kinder klein waren, hat es mich fasziniert, mit welcher Ausdauer sie sich ins Lernen gestürzt haben. 100 mal hinfallen und immer wieder aufstehen versuchen und dabei kein bisschen verbissen, kein bisschen Frust, weil es noch immer nicht geht. So leicht kann Lernen sein! Selbstgewähltes Interesse, Neugier, Begeisterung, Ausdauer, Erfolgserwartung, keine Misserfolgs- oder Versagensängste, keine Angst vor Zuschauer_innen, kein Frust. So komplex sind Lernprozesse. Die Semesterferien liegen noch nicht lange zurück und schon beginnen wieder die Prüfungen und Schularbeiten. Das Sommersemester will Durchstarten. Für viele hat der Schulstress wieder begonnen.

Manchmal geht Lernen so einfach!

Wenn man ein Fach liebt, sich mit der_m Lehrer_in gut versteht, dann läuft es ja meist wie von allein. Man passt während der Stunde auf, denkt mit, diskutiert mit und erklärt anderen etwas, wenn sie es nicht können und die Schularbeit ansteht. Klar, gut zu sein kann schon auch stressen, das Niveau zu halten, weiterhin der bzw. die Beste der Klasse zu sein. Und manchmal macht gut zu sein auch ganz schön Druck – da will man dann die bzw. den Lehrer_in nicht enttäuschen. Vielleicht hatte es damit zu tun, dass bei der letzten Mathe-Schularbeit meiner Tochter gerade die guten Schüler_innen geweint haben…

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(c) Brigitte Vogt

Manchmal scheint Lernen auch mit dem passenden Lehrer, der passenden Lehrerin zusammenzuhängen. Die Tochter eines Freundes hatte letztes Jahr wie so viele Schwierigkeiten in Mathe, die sich auch in der Note niedergeschlagen haben. Sie hat die Schule gewechselt, versteht sich gut mit ihrer neuen Mathe-Professorin und steht auf einer 1. Und das ist kein Einzelfall, davon kenn ich mehrere. Spannend!

Einfach scheint es auch zu sein, wenn die Kinder in der Oberstufe ein Auslandssemester machen. Obwohl ihnen in einigen Fächern der Stoff fehlt, höre ich selten von jemandem, der deswegen ein Jahr wiederholen muss. Da steigt jemand, dem ein Jahr Französisch oder Latein fehlt einfach wieder ein. Das find ich unglaublich spannend: Wie schaffen es die Kinder, all das versäumte nachzuholen? Wie schaffen die betroffenen Lehrer_innen, den Kindern das Versäumte zu vermitteln?

Wenn Lernen schwierig wird

Es kommt auch vor, dass die täglichen Hausaufgaben ein Kampf sind und Lernen für Schularbeiten zur Belastungsprobe für die ganze Familie wird. Erst kürzlich hat eine Freundin gestöhnt “Ich freu mich schon so, wenn die Schule endlich vorbei ist!” Da gibt es keine einfachen Lösungen, aber ein paar Tipps haben wir schon.

Lerntipps

  • Stärkt eure Beziehung, besinnt euch auf die Stärken des Kindes und das, was euch verbindet, was ihr gerne zusammen macht. Vielleicht sind auch diese 10 Sätze, die du deinem Kind nicht oft genug sagen kannst hilfreich.
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    Seit euch eurer Grenzen bewusst. Dass ich eine liebevolle Mama sein kann, bedeutet nicht zwingend, dass ich eine gute Nachhilfelehrerin bin. Nicht nur inhaltlich fehlt uns manchmal Wissen. Wenn euch diese 10 Sätze, die euren Kindern beim Lernen helfen vertraut sind, dann seitd ihr auf dem rechten Weg.

  • Manchmal kann hinter Lernschwierigkeiten auch eine Lese-Rechtschreib-Schwäche stecken.
  • Orientiert euch an diesen Lerntipps der wienXtra-jugendinfo. Manchmal helfen auch Reime oder andere Eselsbrücken.
  • An manchen Schulen gibt es Tutor_innen für Nachhilfe. Dabei geben Schüler_innen aus höheren Klassen günstige Nachhilfe. Lest hier nach, wo es noch günstige oder gratis Nachhilfe gibt.
  • Bei Prüfungsangst helfen diese Tipps. Manchmal kommt die Angst nur bei mündlichen Prüfungen oder Referaten, vielleicht weil das Kind einfach schüchtern ist. Gut, dass es auch dabei Hilfe gibt.
  • Auf einen Elternsprechtag oder eine Sprechstunde kann man sich vorbereiten.  Mögliche Fragen dafür sind auf unserer Checkliste gesammelt.
  • Holt euch Unterstützung z.B. feel okay. Den Schulführer sowie Adressen mit Schulinfos findet ihr hier, Links zu Familienberatungsstellen oder Psycholgo_innen findet ihr auf unserem Infoblatt – beides im Downloadbereich der wienXtra-kinderinfo: kinderinfowien.at/infos-a-z
  • Lest hier nach, dass Schule mehr kann und welche Initiativen es  in Wien gibt.

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“Ist Arbeiten eigentlich besser als Schule?”

Das hat mich meine Tochter einmal gefragt und ich musste an meine Schulzeit denken. Ich möchte nicht mehr zurück – und das, obwohl ich über weite Strecken gern gegangen bin! Schlussendlich ist die Schule eine Durchgangsphase im Leben, ein wichtiger aber nicht zu überschätzender Lebensabschnitt. Was wichtig bleibt, ja, in einem komplexen Lebensumfeld wohl immer wichtiger wird, ist die Lernfähigkeit und Lernfreude und die hat viel mit Begeisterung und Neugierde zu tun. Die gilt es zu erhalten, wenn wir kreative Lösungen erhalten wollen. Und manchmal ist wohl ein globaler Schulstreik für’s Klima genau das, was junge Menschen tun können um neue kreative Lösungen zu initiieren.

BriG
Fotos (c) Brigitte Vogt

 

 

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