Kinder stärken in Corona-Zeiten

Meine Kollegin hat mich gefragt, ob ich einen Artikel schreiben kann zum Thema „Kinder stärken in Corona-Zeiten“. Ja, ich habe selber Kinder, ja ich habe lange mit und für Kinder gearbeitet, bin einschlägig ausgebildet. Aber so eine Zeit habe ich noch nicht erlebt. Jetzt kluge Tipps geben?

Und trotzdem möchte ich schreiben, einfach weil ich grad jetzt viel beobachte, lese, wahrnehme. Und ein Thema drängt sich bei mir stärker in den Vordergrund: ich würde so gerne Frauen, die mit Kindern, mit jungen Kindern leben, stärken. Warum Frauen? Weil ich selber eine bin, weil ich manchmal verzweifelt beobachte, wie die mühsam erkämpfte Rollenaufteilung zwischen Frauen und Männern ganz schnell kippen kann und weil ich selber, auch außerhalb von Corona, ständig mit meinen Ansprüchen an mich als Mutter gekämpft habe. Sie haben mir nie genügt.

Gemeinsame Herausforderungen

Ja, und zusätzlich produziert die Corona-Krise noch ganz unterschiedliche Belastungen für Familien: Existenzängste aufgrund von oder drohender Arbeitslosigkeit, volle Berufstätigkeit mit hoher Belastung, Homeoffice und Kurzarbeit mit kleinen Kindern….Trotz dieser Unterschiede tragen viele die Isolation, die fehlende Unterstützung von Betreuungseinrichtungen und -personen und oft auch pure Angst als gemeinsame Last.

Und viele eint: Wir möchten, dass es unseren Kindern gut geht, dass sie gut durch diese Krise kommen, dass auch wir alles überleben.

Fehler sind erlaubt

Vielleicht hilft es auch ein kleines Stück uns Folgendes bewusst zu machen: Diese Wochen jetzt sind eine riesengroße Anforderung. Es ist nicht die Zeit, die perfekte Mutter zu sein. Es ist die Zeit, die uns fordert und überfordert. Deshalb sind Fehler erlaubt, Vergleiche mit anderen, scheinbar perfekten Eltern sind zu vermeiden. Und eines haben wir ja jetzt als Familie: Zeit! Wir haben die Zeit uns zu entschuldigen: wenn wir ungeduldig waren, oder wenn es zu eng, zu laut, zu chaotisch ist. Vielleicht ist es auch die Zeit, mit unseren Kindern das Bedürfnis nach Nähe und auch nach Distanz erkennen zu lernen und zu üben. Und üben bedeutet, dass es noch nicht perfekt sein kann.

Von dir kann ich immer etwas lernen

Und schlussendlich, eines ist mir durch meine Kinder sehr bewusst geworden: Kinder verzeihen Fehler. Kinder sind zumeist toleranter als Erwachsene. Auch weil sie noch nicht so viel Erfahrungen und Erlebnisse hatten, die sie im Denken einschränken.

Also: Keep cool Mum, du bist gut so wie du bist! …und morgen darfst auch wieder üben! Du bist eine Lernende – und das genügt!

Sabine Krones, Leiterin der wienXtra-kinderinfo

Titelfoto (c) wienXtra

Tipps für Auszeiten, Rat und Hilfe für Eltern, familienfreundliche Wanderungen und Ausflüge und Anregungen für Familienaktivitäten findet ihr im Blog unter Tipps für zuhause und auf der kinderinfowien.at

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