Teilen Tauschen Mehrfach Nutzen – kompostieren mit Bokashi

Warum ich von der Wurmkiste auf Bokashi umgestiegen bin.

Vor eineinhalb Jahren habe ich begonnen, mich mehr mit meinem Müll auseinander zusetzten. Und das nicht nur, weil es oft mühsam ist, wer ihn hinunterbringt 🙂 Die Zero Waste Bewegung hat mich voll erwischt. Zwar ist die erste Faszination vorbei, und auch wenn ich von Zero Waste noch weit entfernt bin hat sich das ein oder andere bei uns nachhaltig geändert. Einiges ist ja wirklich ganz einfach umzusetzen. Andere Sachen fordern mich sehr, z. B. wie ich in der Stadt meinen Biomüll am besten kompostieren kann.

Kompostieren in der Stadt

Ich habe es zuerst mit einer Wurmkiste versucht. Das ist eine Holzkiste, die mit einem Erde-Würmer-Gemisch versehen wird. Dann können die Würmer mit Biomüll gefüttert werden. Meine Wurmkiste hab ich selbst gebaut, was ziemlich einfach ist. Toll war, dass die Kiste in unserer Küche stehen konnte, nett aussah und der Inhalt nach Waldboden roch. Weniger toll war, dass wir viele Abfälle hatten, die sich nicht für die Wurmkiste eigneten und nach jedem Urlaub eine Fliegenplage herrschte.
Hier findet ihr eine Gegenüberstellung von Wurmkiste und Bokashi.

Fermentieren mit Bokashi

Irgendwo hab ich von Bokashi gelesen und war gleich davon begeistert. Denn dort kann viel mehr hinein gegeben werden, als in die Wurmkiste. Zum Beispiel ist ein Bokashi auch für Milchprodukte oder Speisereste geeignet. Der Müll wird dabei zusammengepresst, luftdicht verschlossen und mit Hilfe von Mikroorganismen fermentiert. Dieser fermentierte Kompost wird Bokashi genannt. Der Geruch ist säuerlich aber nicht unangenehm.

Das braucht ihr

  • Da der volle Eimer erst 3 Wochen rasten muss, bevor der Inhalt weiterverarbeitet werden kann, benötigt man zumindest 2 Eimer. Wie groß die Eimer sein sollten, hängt von eurer Müllproduktion ab. Man kann den Bokashi-Eimer auch selber basteln, aber ich habe mir ein Set gebraucht gekauft.
  • Außerdem benötigt ihr Mikroorganismen. Dabei habe ich mich für getrocknete in einem großen Sack entschieden, die sehr ergiebig sind. Es gibt aber auch Flüssigkeiten zu kaufen, die meist billiger sind. Ich habe meine bei Multikraft gekauft aber ihr findet im Internet sicher noch weitere Möglichkeiten.

So funktionierts

Ich habe im Sommer 2018 damit begonnen. Seither stehen 2 Bokashi-Eimer in der Küche, einer der befüllt rastet, während der andere befüllt wird. Da es bei mir immer länger als 3 Wochen dauert, bis der zweite Kübel voll ist, verarbeite ich die Bokashi-Masse erst weiter, wenn ich den Kübel brauche. Jeden zweiten Tag oder wenn ich eben daran denke, lasse ich Flüssigkeit ablaufen, die ich entweder als Dünger für Pflanzen nutze oder als Abflussreiniger. Als Flüssigdünger funktioniert die Flüssigkeit wirklich gut, unsere Blumen wachsen herrlich. Abflussprobleme hatte ich auch keine, aber das war auch schon vorher der Fall.

(c) BriG

Weiterverarbeitung von Bokashi

Wenn der zweite Eimer voll ist, leere ich den ersten Eimer. Bei uns dauert das zwischen 4-6 Wochen, je nachdem, wie viel Abfall wir haben. Der Bokashi sieht dann noch nicht wie Erde aus, sondern einfach intensiev fermentiert. Bisher habe ich den Inhalt immer in Blumentöpfe gegeben – unten eine Schicht Erde, dann der Bokashi und dann wieder Erde. Nach ca 6 Wochen hat man damit nährstoffreiche Erde gewonnen. Ich habe allerdings etwas länger nichts hineingepflanzt, einfach, weil es sich nicht ergeben hat. Wichtig ist, dass ihr die Bokashi Masse nicht gleich direkt zu Pflanzen dazu gebt, da sie sehr sauer ist und Wurzeln schädigen würde. Falls ihr aber einen Komposthaufen habt, dann soll der Bokashi dort gute Dienste leisten. Auf jeden Fall ist es für alle Gartenfreund_innen eine gute Möglichkeit.

(c) BriG

Wie kompostiert ihr? Habt ihr vielleicht auch Erfahrungen mit Bokashi gesammelt? Tipps und Tricks zur Müllreduzierung und überhaupt zum nachhaltigen Leben sind herzlich willkommen.

BriG

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