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Teilen, Tauschen, Mehrfach nutzen – Buchtipps zum Thema Öko – Bio – Nachhaltigkeit

Wir leben in einem ganz normalen Haushalt. Wir trennen Müll.  Kaufen ganz normal ein, eher Bio, eher Regional, Fairtrade und ab und zu Second Hand. Eines Tages kamen wir am Abendbrottisch auf den Ökologischen Fußabdruck. Der gibt an, wie viele Ressourcen man verbraucht und man kann ihn ganz einfach hier berechnen. Mir war schon klar, dass wir hier in Österreich zu den reichsten und privilegiertesten Menschen der Welt gehören. Und auch, dass wir durch unsere Lebensweise viel Müll produzieren. Wie viele Ressourcen ich trotz Mülltrennung und Bio-Einkauf verbrauche, das hat mich aber dann doch betroffen gemacht. Schließlich lebe ich damit auf Kosten meiner Kinder und Enkelkinder. Ich hab mich auf die Suche gemacht, was ich  ändern kann und bin schnell fündig geworden.

Wie wir alle die Welt retten können  – meine Bücherhitliste

Sich in ein neues Themenfeld einzuarbeiten kann herrlich inspirierend sein und sich anfühlen, als würde man eine Expedition machen. So ähnlich ging es mir, da ich gleich bei uns in der Bücherei um die Ecke ein ganzes Regal voller Bücher zum Thema fand.  Hier will ich euch jene vorstellen, die mir persönlich am besten gefallen haben. Alle  liefern euch praktische Tipps für den Alltag ohne die schlechtes Gewissen-Keule zu schwingen.

„Einfach Öko. Besser leben, nachhaltig wohnen! 200 Tipps, die wirklich was bringen.“ Marcus Franken, Monika Götze. 2017, Oekom Verlag, München.

Wenn ihr wissen wollt, welche Alternative ökologischer ist, dann schaut hier rein. Das ist ein handliches und umfangreiches Buch, fast schon ein Nachschlagwerk, das euch schnell einen Überblick verschafft, was man tun kann. Es geht die einzelnen Räume durch: Küche, Esszimmer, Badezimmer, Wohnzimmer, Arbeitszimmer, Schlafzimmer und Balkon und gibt pro Raum 6 Anregungen, was man verändern kann. Fein ist die Bewertung der Anregungen in Bezug auf Aufwand und Wirkung.  So hat z. B. in der Küche der Umstieg von Kaffee auf Tee nur einen Punkt bei Aufwand aber 4 Sterne bei der Wirkung, genauso wie weniger auszudrucken und Papier zu vermeiden. Mein absoluter Favorit ist, Erde ohne Torf zu kaufen, das bedeutet wenig Aufwand (1 Punkt) hat aber, mit 4 Sternen eine hohe Wirkung.
Zusätzlich wird in jedem Kapitel Grundlegendes aufgezeigt: z. B welche Getränke-Verpackung empfehlenswert ist(Pet-Mehrweg) was es mit den Bio-Kennzeichen auf sich hat oder worauf man bei Kosmetika achten sollte.
Abgerundet wird jedes Kapitel von „Tipps, die wirklich was bringen“ wobei es um Energiespartipps geht, die natürlich nicht nur der Umwelt sondern auch der eigenen Geldtasche zugutekommen. Diese Tipps sind grafisch auf einer Seite zusammengefasst, sodass man sie  kopieren und auf die Türen der einzelnen Räume kleben kann, falls ihr eine Erinnerung haben möchtet. 
Wie gesagt, das ist ein tolles Buch, in dem man immer wieder nachschlagen kann. Es hat mir auch bewusst gemacht, wie komplex die Welt manchmal ist und dass es gar nicht so einfach zu entscheiden ist, was nun besser ist.

„Zero Waste – Weniger Müll ist das neue Grün.” Shia Su. 2016, Freya Verlag GmbH, Linz.

Der besondere Gewinn dieses Buches liegt für mich darin, dass es Lust auf ein selbstbestimmtes, einfacheres, ästethischeres und gesünderes Zero Waste Leben macht. Erst im Nachhinein ist mir klar geworden, das ich damit an eines der zurzeit angesagtesten Bücher zum Thema gestoßen bin. Ich habe es beim Schwimmen gelesen und das sagt schon einiges. Es ist ein schönes Buch, luftig und locker geschrieben mit schönen Bildern, das auch meinen ästhetischen Geschmack anspricht. Bei Shia Su hatte ich das Gefühl, dass sie eine ganz normale junge Frau ist, die nicht Stunden in der Küche verbringt und Öko predigt, sondern einen Lebenssstil pflegt, der mit Annehmlichkeiten verbunden ist. Auf die sie nicht mehr verzichten möchte. Ein Zugang zu Zero-Waste, der bei mir gut ankommt.
Fein fand ich hier, dass es konkrete Rezepte liefert. So gibt es ein Kapitel zu „Wie fange ich am besten an?“, indem es um eine Bestandsaufnahme geht und auch das Ausmisten Thema wird. Beim „Einkaufen und auswärts essen“ erfährt man, wo man unverpackte Sachen kaufen kann, was viel einfacher und naheliegender ist, als ich dachte. Total fein finde ich hier, dass Sie ihre Erfahrung weitergibt: Wie oft sie einkaufen geht, welche Gläser in welcher Größe sie am passendsten findet oder wie viel von welchem Putzmittel sie pro Jahr verwendet.
Vom Kochrezept über Kastanienwaschmittel bis zu Zahnpulver oder Mundspülung findet sich hier Einiges, das man gleich ausprobieren kann.

„Glücklich leben ohne Müll! Reduziere deinen Müll und vereinfache dein Leben.” Bea Johnson. Zero WasteHome. 2013, German Translation 2016, Verlag Ludwig, Kiel.

Auch dieses Buch ist ein Klassiker zum Thema, kommt aus dem Amerikanischen und ist umfassender als das zuvor genannte. Spannend, da die Autorin aus vielen Jahren Erfahrung spricht. Mir gefiel besonders, dass Bea Johnson auch über ihre misslungenen Versuche schreibt, über das, was sie am Anfang in ihrer Begeisterung gemacht und dann wieder aufgegeben hat. Manches davon kam mir persönlich schon recht radikal vor. Wenn es um Trockenflusen-Spachtelmasse oder Butterschlagen geht, weiß ich, dass mir das zu aufwendig ist, auch wenn ich dem Gedanken, zu wissen, wie Nahrungsmittel gemacht werden und was drinnen ist, durchaus etwas abgewinnen kann. Von dieser Haltung nehme ich mir gerne etwas mit. Außerdem sind hier so viele Tipps und Rezepte für alle Lebenslagen drin, dass man immer wieder nachschlagen kann und etwas Neues finden wird. Mir persönlich haben die Kompostierungsmethoden sehr geholfen und ich werde mir wohl zum Wurmkomposter noch einen Bokashi-Eimer zulegen.

„Besser leben ohne Plastik. Tipps und Rezepte, die zeigen, wie es anders geht.” Anneliese Bunk & Nadine Schubert. 4. Auflage, 2016, oekom Verlag, München.

Ein schmales Büchlein wo uns zwei Mütter mit Tipps und Rezepten versorgen, die man ganz konkret nachmachen kann. Von Blubberbrause über Bastelkleber, Waschmittel aus Efeu und Cracker, die Rezepte sind einfach nachzumachen, meist mit wenigen Zutaten, die man oft zu Hause hat. Sollte eine Zutat aus dem Rezept nicht so üblich sein, dann schaut hinten im Buch, dort werden z. B. Enthärter, Schlämmkreide oder Waschsoda erklärt. Ebenfalls im hinteren Teil des Buches werden häufige Fragen beantwortet, z. B. ob ein Leben ohne Plastik teurer ist oder mehr Zeit braucht und wie man es Kindern beibringt. Den Abschluss bilden Links, wo die verschiedenen Materialien erhältlich sind, leider sind die Unverpackt-Läden in Wien nicht angeführt.

„Wie wir es schaffen, ohne Müll zu Leben. Zero Waste als Lifestyle.” Hannah Sartin, Carlo Kraus. 2017, mvg Verlag, München.

Ein junges Paar mit 2 Töchtern, das versucht müllfrei zu leben und ein Unverpackt-Geschäft eröffnet: Ich finde, das hat schon was. Auch hier gibt’s viele Tipps und Rezepte, besonders hat mir hier der Schwerpunkt Kinder gefallen. Wenn ihr wissen wollt, wie ihr Wetbags, Lätzchen, Stilleinlagen oder Feuchttücher macht, könnt ihr hier nachlesen.

Ich fand all diese Bücher spannend und anregend. Manches davon ist ganz einfach umzusetzten. Anderes braucht Vorlaufzeit, bedeutet mehr Aufwand, vielleicht auch mehr Verzicht. Egal, man kann ja auch klein anfangen. Oder wie seht ihr das?

Teilen, Tauschen, mehrfach Nutzen – Nachhaltigkeit ist uns wichtig. Noch mehr Beiträge zum Thema findet ihr hier:

BriG
Fotos © Brigitte Vogt

 

 

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