Gendersensible Kinderbücher

Vielfältige Vorbilder

Ich glaube, Kinder brauchen Vorbilder und Parabeln, die sie über alle möglichen Medien wie Fernsehen, Filme und Bücher bekommen, um sich in der Welt zu orientieren. Darum ist es wichtig, dass Kinder eine Vielzahl an möglichen Rollenbildern kennenlernen können, um sich frei und unabhängig zu entwickeln. Natürlich sind da auch noch die realen Personen im Umfeld wie Eltern, Bekannte, Geschwister und Freund_innen, an denen sich Kinder orientieren können und sich in der Welt zugehörig zu fühlen. Kinderbücher eröffnen ganz andere Sphäre mit: Sprache, Spannung, Spaß und Bildern.

Gendersensible Kinderbücher können Kindern die Möglichkeit geben, sich mit neuen Rollenbildern auseinanderzusetzen. Das Jungs nicht immer stark und Mädchen nicht immer Prinzessinnen sein müssen.

Kindheitsheld_innen

Welche Geschichten gibt es schon für kleinere Kinder?
Ich stelle euch hier drei Bücher vor:

© Barbara Mair
© Barbara Mair

Küssen nicht erlaubt – Petra Mönter und Sabine Wiemers. Kerle Verlag, ab 4 Jahren

Lena ist ein kleines Mädchen, das von allen ihren Verwandten immer ungefragt abgeknutscht wird. Aber Lena hasst nichts mehr als einfach unaufgefordert dicke Küsse von Erwachsenen zu bekommen. So beschließt sie eines Tages bei einer Familienfeier sich groß und stark zu machen und fordert die versammelten Erwachsenen dazu auf, sie nie wieder ohne Erlaubnis abzuknutschen. Das verstehen alle und willigen ein.

Ein Buch über das Nein sagen und Abgrenzung. Außerdem zeigt es ganz gut, dass kleine Mädchen nicht süß sein müssen. Die Illustrationen sind sehr großflächig und bunt und es gibt relativ wenig Text. Die Geschichte lässt sich auch gut über die Bilder mitverfolgen.

Paul und die Puppen – Pija Lindenbaum. Beltz & Gelberg Verlag,  ab 4 Jahren

© Miguel Dieterich

Das schwedische Kinderbuch handelt von Paul. Er ist ein richtig guter Fußballspieler und das macht Paul sehr gerne. Aber eben nicht nur! Paul möchte auch sehr gerne im Kindergarten bei den Mädchen mitspielen. Die spielen aber mit Puppen und alle wollen immer mit Paul Fußball spielen. Eines Tages nimmt Paul anstatt seines Fußballs seine Puppe mit und lässt seine Freunde beim Fußballspielen zurück. Er beginnt gemeinsam mit den Mädchen zu spielen und diese lassen das auch nach anfänglichem Zögern zu. Das Spiel endet damit, dass sich Paul und die Mädchen verkleiden und alle zu tanzen beginnen. Als Paul vom Klo zurückkommt sieht er die anderen Jungs, die ebenfalls vergnügt sich verkleiden und mittanzen. Von nun an können alle Kinder gemeinsam tanzen und Fußballspielen und es gibt keine Zuordnung der Kinderspiele mehr.

Ein Buch, das zeigt: Blau, Sport, Auto oder Fußball spielen und wild sein heißt nicht automatisch Bub sein. Sowie Rosa, Puppen, lieblich sein heißt nicht immer Mädchen sein.

Wie Rosie den Käsekopter erfand – Andrea Beaty, David Roberts, Reinhard Pietsch. Knesebeck Verlag, ab 5 Jahren

© Miguel Dieterich

Dieses Buch macht große Freude. Wundervolle, witzige Illustrationen, gereimter Text und eine Geschichte einer kleinen Erfinderin. Rosie will unbedingt Ingenieurin werden und baut ständig an neuen Maschinen. Als sie den Wunsch einer Verwandten nach einem Flugzeug vernimmt macht sie sich daran eines zu erfinden. Leider gelingt ihr erster Versuch nicht und zu allem Überdruss reden ihr alle Erwachsenen ein, dass sie nicht gut genug ist. Rosie verliert für einen Moment den Glauben an sich selbst und daran, dass sie jemals Ingenieurin werden kann. Da kommt im letzten Moment Unterstützung von ihrer Tante und gemeinsam schaffen sie es, einen Käsekopter zu bauen. Rosie hat es geschafft und wieder Selbstvertrauen gefunden, auf jeden Fall kann sie Ingenieurin werden!

Rosie zeigt wunderbar: Weitermachen zahlt sich aus und nicht einreden lassen, dass man etwas nicht kann! Außerdem bestärkt es Mädchen und Jungen darin, ihren Interessen nachzugehen unabhängig von ihrem Geschlecht.

Wir lesen gerne, darum stellen wir euch hier im kinderinfo-Blog immer wieder Kinderbücher vor:

Stöbert doch auf unserer kinderinfo-Liste “Geschlechtssensible Kinderbücher” und findet noch mehr zu dem Thema.

Was waren eure liebsten Kindheitsheld_innen aus Kinderbüchern? Ich war ein großer Fan von Pippi Langstrumpf, Ronja Räubertochter und Co.

JuR

Beitragsbild: © Judith Rücker

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