7 einfache Tipps, wie ihr Müll vermeiden könnt

Tauschen Teilen Mehrfach Nutzen – Zero Waste für Faule

7 einfach umsetzbare Tipps, wie ihr ohne viel Aufwand erste Schritte in Richtung Zero Waste machen könnt

Irgendwie find ich das schon faszinierend, kein Müll. Aber ehrlich gesagt, davon bin ich noch meilenweit entfernt. Bei mir geht der Restmüll über. Flaschen, Alu und Plastik schlepp ich gefühlt jeden zweiten Tag zur Sammelstelle und trotzdem übt die Zero Waste Bewegung eine unglaubliche Anziehung auf mich aus. Aber ich will mir das Leben auch nicht schwerer machen, als unbedingt nötig. Also war ich auf der Suche, nach einfach umsetzbaren Dingen, die Nachhaltigkeit fördern, aber ich wollte nicht anfangen, mit Gläsern einkaufen zu gehen.

Ich habe folgende 7 ganz einfach umsetzbare Dinge ausprobiert, die ich weiterempfehlen möchte.

Nachhaltigkeit – 7 Tipps, wie ihr mit einfachen Mitteln Müll vermeiden könnt:

  1. Werbung abbestellen und 100 kg Müll einsparen
    Pro Jahr erhält ein Wiener Haushalt bis zu 100kg Werbematerial. Das landet alles früher oder später im Müll. Diese 100kg könnt ihr ganz leicht vermeiden, wenn ihr einen Sticker an euer Postfach und an eure Türe klebt. Die Sticker findet ihr hier. Einfach ausdrucken und mit Tixo aufkleben. Hier könnt ihr auch selbstklebende Sticker bestellen und ihr erfahrt, wie ihr euch aus der Robinsonliste austragen könnt und damit noch mehr Müll einsparen könnt.
  2. Nehmt ein eigenes Sackerl zum Einkaufen
    Egal ob Leinentasche, schickes klein zusammenfaltbares Sackerl oder Papiertüte, mit dem eigenen Sackerl lässt sich viel Müll vermeiden. Am Besten gebt ihr ein Sackerl gleich in eure Tasche, dann seit ihr für jeden Spontankauf gerüstet. Und wenn ihr Lebensmittel am Markt einkauft, dann spart ihr noch mehr Verpackungsmaterial.
  3. Recyceltes WC-Papier
    Das ist nun wirklich einfach. Erstens, weil es das wirklich schon überall gibt. Und zweitens, weil es da wirklich keine Qualitätseinbußen gibt. Hat man sich einmal dafür entschieden, braucht man sich nur noch auf die Suche nach dem eigenen recycelten Lieblingsprodukt zu machen.
  4. Wiederverwendbare Küchenrollen
    Küchenrollen sind eigentlich nun wirklich unnötig. Aber manchmal ist es so wie mit Süßigkeiten: Man hat sich so an sie gewöhnt, dass es schwer ist, sich ein Leben ohne sie vorzustellen. Dabei tun es Putzlappen oder Geschirrtücher auch. Idealerweise kann man die auch selbst herstellen, indem man z.B. alte Handtücher oder Baumwollshirts passend zuschneidet. Eine Freundin hat Küchenrollen aus Bambusfasern, mit denen sie sehr glücklich ist, weil sie flauschig sind und wirklich sehr saugfähig. Für fettige Sachen z.B. Pfannen, verwende ich WC-Papier, das dann in den Restmüll wandert.
  5. Abschminkpads – mit 2 Töchtern im einschlägigen Alter brauchten wir Unmengen davon. Der Mülleimer im Bad quoll über. Ich hatte 2 Möglichkeiten: Entweder ich kauf einen großen Mülleimer oder ich schau mich nach Alternativen um. Dabei stieß ich auf die Abschminkpads aus Baumwolle. Super Sache fand ich und meine Töchter waren einverstanden. Zugegebenermaßen hilft es da, dass meine Töchter in eine Schule gehen, die einen Umweltschwerpunkt hat. Also haben wir uns eine doppelte Wochenration Pads zugelegt und ein paar selbst genäht. Die sind echt einfach zu nähen, aber auch die Verwendung funktioniert wunderbar. Mittlerweile habe ich auch selbst gehäkelte Pads gesehen, die wirklich schön aussehen.
  6. Wieder verwendbare Monatshygiene
    Das schließt gleich ans obige Thema an: Monatsbinden und Tampons braucht ein Frauenhaushalt eine ganze Menge. Die sind oft einzeln verpackt, meist in Plastik. Als ich mich auf die Suche nach Alternativen machte, stieß ich auf Menstruationstassen. Eine liebe Kollegin erzählte von den guten Erfahrungen ihrer Freundinnen, also hab ich es ausprobiert. Ich hatte bei meinem Testlauf gleich eine mehrtägige Fortbildung, was ich für den Start nicht empfehlen würde. Aber ansonsten finde ich das Teil super. Schon klar, das ist nicht für jede Frau etwas, aber für alle, die es ausprobieren möchten, ist es echt eine super Geschichte um Müll zu vermeiden. Und nach meinen Erfahrungen im Freundeskreis ist es auch durchaus für Mädchen geeignet.
  7. Stofftaschentücher
    Hier seh ich euch förmlich die Nase rümpfen. Dabei waren Stofftaschentücher einmal so salonfähig, dass sie in jedem Anzug als Stecktuch zur Schau getragen wurden. Zugegebenermaßen unbenutzt. Da ich aus einer Welt komme, in der alle lieben Erwachsenen Stofftaschentücher verwendeten und mir zum Teil auch vererbten, hab ich da wenig Berührungsängste. Im Gegenteil, sie wecken schöne Erinnerungen. Und ja, sie werden mit 90 Grad gewaschen und ich bin nicht öfter krank als meine Kolleg_innen.

Noch mehr Tipps zu Zero Waste

Wie immer, wenn ich mich mit einem Thema beschäftige, begegnet es mir dann auch ständig: Von einem Freund kam der Tipp vom Zero Waste Austria-Blog und eine Freundin erzählte wie sehr sie der Utopia Blog inspiriert. Da kann ich wirklich stundenlang lesen und finde super Anregungen. Auf der re.publika hörte ich den Input von Milena Glimbovski von original unverpackt,  die das Buch „Ohne Wenn und Abfall“ geschrieben hat. Bei der Blog.laut traf ich Susanne Katharina Kummer von Privatliteratur, die über Bücher zum Thema Zero Waste bloggt und wirklich inspirierende Bücher auf ihrer Liste hat. Viele der besprochenen Bücher hab ich auch in der Bücherei gefunden.

Teilen, Tauschen, Mehrfach Nutzen – Nachhaltigkeit ist uns wichtig. Noch mehr Beiträge zum Thema findet ihr hier:

BriG
Fotos © Brigitte Vogt

 

5 Gedanken zu „Tauschen Teilen Mehrfach Nutzen – Zero Waste für Faule

    1. Ja, mich freut es auch, das macht die Sache nicht um so vieles einfacher: Ich muss weniger Müll wegbringen, mir deswegen auch keinen Fight mit den Mädels geben, wir müssen weniger einkaufen gehen und spar3en uns was, und schöner aussehen tun sie auch 🙂

  1. Liebe Brigitte,
    Deine Tipps finde ich super!

    Vor allem das Postabbestellen fand ich so befreiend. Ich habe auch ganz aktiv Kundenmagazine, Kataloge und Gratiszeitungen mit einem netten E-Mail abbestellt. Ich weiß jetzt, dass alles, was in meinem Breifkastl landet, mich wirklich interessiert.

    Ich kann noch ergänzen, dass ich statt Küchenrolle oft, sowie es früher mein Opa machte, Zeitungspapier verwende. Damit lassen sich fette Sachen einfach aufwischen. Für die weniger grauslichen Dinge habe ich ein ausgemustertes T-Shirt meines Mannes in Verwendung (in kleine Fetzerl geschnitten und schön gefaltet in einer Metallbox), die Teile werden immer wieder gewaschen und weiterverwendet.

    Und noch ein großes Danke für die Erwähnung meines Blogs!
    Liebe Grüße, Susanne

    1. Liebe Susanne,
      vielen Dank!
      Ja, Werbung abzubestellen ist nicht nur Müll sparend sondern auch befreiend!
      Und die T-Shirt-Recycling-Idee ist wirklich ein wichtiger Hinweis.
      Und ein feiner Blog ist doch immer eine Erwähnung wert!
      Alles Liebe
      Brigitte

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