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Teilen, Tauschen, Mehrfach nutzen – kaufen im Kost-Nix-Laden

Mal ehrlich, liegt bei euch auch so viel Zeug ungenutzt zu Hause herum, Zeug mit dem niemand mehr spielt oder Kleidung, die keine_r mehr anzieht? Bei mir kommt immer wieder was zusammen, einerseits weil die Kinder noch wachsen, aber auch, weil wir uns an Kleinigkeiten erfreuen und zu viel davon haben. Letztens hat meine Tochter mir ihre Rangliste erklärt, wer sich bei uns am leichtesten von etwas trennen kann und wer sich am schwersten tut. Die große Schwester lag ganz vorn, die tut sich sehr leicht, weiß einfach, was sie mag, braucht, verwendet und was nicht. Ich lag an zweiter Stelle, kann mir also auch die Schulter klopfen, sie und ihr Vater waren gemeinsam an dritter Stelle. Sie, weil sie sich schwerer tut im Entscheiden und ihr Vater, weil der immer mal wieder Sachen aus der Kiste holt, die wir schon aussortiert hatten, weil er an Erinnerungsstücken hängt.

Kost-Nix-Laden

Als wir letztens wieder ein paar Säcke aussortiert hatten, brachten wir alles zum Kost-Nix-Laden. Den gibt es schon einige Jahre. Im Sommer ist er vom 5. in den 12. Bezirk übersiedelt. Ich finde, der von der Gruppe W.E.G. (Wertkritische emanzipatorische Gegenbewegung) ins Leben gerufene Laden ist eine spannende Sache: Die Betreiber_innen versuchen mit diesem Projekt, dem Kapitalismus und der Vereinzelung etwas entgegen zu stellen. Dabei verstehen sie den Kost-Nix-Laden nicht nur als Mikro-Experiment, sondern schon als Schritt in Richtung Lösung. Das Motto ist “Geben und Nehmen statt Kaufen und Verkaufen!

Kaufen im Kost-nix-Laden

Hier kann man Sachen vorbeibringen, die noch gut, sauber und brauchbar sind und funktionieren. Und man kann Dinge kaufen, aber das ist hier einfach mitnehmen, ohne dass eine Gegenleistung dafür erwartet wird. Eine Kollegin hat zurecht geäußert, dass dort “einzukaufen” kein Vergnügen ist. Es ist ein Kellerlokal, im Eingang stapeln sich Säcke und es riecht modrig. Die meisten Sachen sind sichtlich gebraucht. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter_innen sind bemüht, alles nett herzurichten und es gibt sogar eine provisorische Umkleidekabine. Trotzdem ist der Kost-Nix-Laden noch weit vom 48 Tandler entfernt. Vielleicht macht es mir gerade deswegen Freude, die aussortierte gute Winterjacke und die schönsten Spielsachen dort hin zu bringen. Dem Kapitalismus so ein Schnippchen zu schlagen versüßt mir den Tag ungemein. Ein billiges Vergnügen also.

Kost -Nix-Laden
12., Ratschkygasse 14
Öffnungszeiten:
Mo, Do, Fr: 15:00 – 20:00 Uhr

Ein Lob auf die Volkshilfe

Für alle, die zwar gerne ausmisten, aber kein Auto haben, um es wegzubringen und keine Zeit oder keine Energie für´s Grätzlfahrrad haben, für die hab ich letztes Frühjahr die Lösung entdeckt. Kleinkram wie z.B. Textilien, Geschirr, Hausrat oder Spielzeug holt die Volkshilfe im Großraum Wien gratis ab. Es sollten drei bis vier 100l-Säcke sein, Möbel werden kostenpflichtig abgeholt. Ich habe telefonisch einen Termin vereinbart und zum vereinbarten Zeitpunkt war alles innerhalb von 5 Minuten im Auto verstaut. Herrlich unkompliziert fand ich.

Wo bringt ihr denn eure aussortierten Sachen hin?

BriG
Fotos © Brigitte Vogt

 

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