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Kartenspiele für Kinder

Klatschspiele, Fadenspiele oder Kartenspiele – es gibt so viele unterschiedliche Spiele, da kann einem ja nie langweilig werden. Besonders wenn es draußen kalt und regnerisch ist, eignen sich Kartenspiele hervorragend, um sich die Zeit zu vertreiben.  Neben dem Spielspaß üben Kinder Zahlenreihen, Zählen, Reaktionsschnelligkeit, sich an Regeln halten, Fair spielen, verlieren  usw. Deshalb ist es auch wichtig auf das Alter des Kindes zu achten und die Spiele dem Alter entsprechend auszusuchen oder die Regeln anzupassen. Viele Spiele eignen sich auch schon für kleine Kinder, andere sind fordernder und für ältere Kinder wunderbar geeignet. Wir stellen euch hier 3 Kartenspiele:

  • Snap ab ca. 3 J.
  • Arschloch ab ca. 8 J.
  • UNO ab 6 J.

Snap (by reg)

Das Spiel ist einfach und für 2 bis 6 Personen, kann mit fast allen Kartendecks (52 Karten) gespielt werden und ist schnell erklärt. Je nachdem für welches Kartendeck man sich entscheidet, können auch kleine Geschwister schon mitspielen. Nachdem unsere Kinder 2 3/4 und 5 sind, verwenden wir Spielkarten mit großen einfachen Symbolen und Zahlen. Es gibt verschiedene Spielmöglichkeiten.

So spielen wir es:

Alle Mitspieler_innen erhalten die gleiche Anzahl an Spielkarten bzw. den gleich hohen Stapel an Karten.
Der Kartenstapel liegt verkehrt vor jedem_r Mitspieler_in. Eine_r beginnt und legt die erste Karte offen in die Mitte. Dann kommt der/die nächste Spieler_in und legt ebenfalls eine Karte offen auf den Stapel.

So geht das reihum bis eine_r Spieler_in die gleiche (je nachdem auf was man sich geeinigt hat entweder Zahl oder Symbol oder Farbe) wie die vorige auf den Stapel wirft. Der/die Spieler_in, der/die das als Erstes bemerkt, legt die Hand auf den Kartenstapel und schreit laut Snap. Er/sie bekommt dann die ganzen Karten.
Gewinner_in ist, wer am Ende noch Karten hat.

Unsere Kinder lieben dieses Spiel. Besonders gut eignet es sich auch für lange Zugfahrten. Es macht richtig Spaß, wenn man das Tempo erhöht. Nachdem mein Mann dieses Spiel meinen Kindern gelernt hat, spielen sie es immer auf Englisch. Da es mit hohem Tempo gespielt wird, trainieren Kinder Beobachtungsgabe und Reaktionsschnelligkeit. Außerdem übt unsere ältere Tochter so ganz nebenbei das Lesen von Zahlen und das Zählen auf Englisch. Unsere jüngere Tochter schult dabei hauptsächlich ihr Auge fürs Erkennen von gleichen Symbolen.

Arschloch (by BriG)

Ich mag dieses Spiel, weil es schnell erklärt ist (obwohl die Beschreibung hier recht lang aussieht), weil viele mitspielen können und es kein langwieriges Zusammenrechnen gibt. Außerdem bietet es strategische Möglichkeiten, die erst im Laufe des Spieles zutage treten. Dieses Spiel könnt ihr mit jedem beliebigen Blatt spielen. Wir haben Doppeldeutsch Karten verwendet. Seit ihr viele Spieler_innen könnt ihr mit zwei Kartensets spielen.

Spielverlauf

Hier geht es ums Stechen, wobei die Reihenfolge von 6,7,8,….. über Unter (Bube), Ober (Dame), König bis zum Ass geht. Höher sticht also, aber der Stich wandert erst vom Tisch, wenn niemand in der Runde mehr höher legen kann. Man darf also mehrmals reihum Karten legen und stechen versuchen. Werden gleich hohe Karten ausgespielt, dann kann es auch sein, dass man gar nicht mehr dran kommt. Die Stiche werden allerdings nicht mühsam zusammengezählt, sondern einfach beiseitegelegt. Bei diesem Spiel gilt es nicht, möglichst viele Punkte zu sammeln, sondern Präsident_in zu werden oder zumindest kein Arschloch, und dafür muss man alle Karten loswerden. Hier kommt es auf Geschick an, denn man muss die Balance halten, zwischen Karten loswerden und Karten behalten, um zum Stich zu kommen und ausspielen zu können.

Zuerst verteilt ihr also alle Karten gleichmäßig an die Spieler_innen. Dann spielen die Spieler_innen der Reihe nach Karten aus. Wer als Erste_r eine Karte legt, darf entscheiden, ob er/sie eine einzelne Karte oder einen Mehrling, also mehrere Karten mit gleichem Zahlenwert, legt. Jeder darf stets passen oder gleich viele Karten aber mit einem höheren Wert auf die bislang ausgespielten Karten legen. Farben spielen dabei keine Rolle. Wer den höchsten Wert ausgespielt hat, oder wenn alle anderen Spieler_innen gepasst haben, gewinnt den Stich und darf erneut ausspielen.

Sobald ein_e Spieler_in keine Karten mehr hat, wird sie/er mit dem höchsten noch übrig gebliebenen Amt belohnt. Der/die erste Spieler_in ohne Karten wird daher Präsident_in, die/der Zweite wird Vizepräsident_in. Der/die letzte Spieler_in wird Arschloch, der bzw. die vorletzte Vize-Arschloch.

Spielende

Ein Spiel endet, wenn die/der vorletzte Spieler_in seine Karten losgeworden ist und somit alle „Ämter“ vom „Präsidentin_en“ bis zum „Arschloch“ verteilt sind. Die/Der Verlierer, „das Arschloch“, mischt die Karten und teilt den Kartenstapel wieder für die nächste Runde aus und das Spiel kann von vorne beginnen. Allerdings mit einer kleinen Änderung

Wer hat, dem wird gegeben

Nun gibt es eine gemeine Regel: Die Spieler_innen mit niedrigeren Ämtern müssen nämlich ihre höchsten Karten an die Spieler_innen mit höheren Ämtern abgeben, während sie dafür die niedrigsten Karten ihrer Mitspieler_innen bekommen. Das Arschloch gibt 2 seiner höchsten Karten an die/den Präsidenten_in, diese_r reicht die 2 niedrigsten ans Arschloch weiter. Dasselbe gilt für Vize-Präsident_in und Vize-Arschloch. Das Arschloch beginnt die neue Runde.

Manche spielen auch noch mit Bauer/Bäuerin, Bürgerin/Bürger, Kauffrau/-mann oder mit anderen Varianten.

Als Kind habe ich Kartenspiele geliebt. Ein Stapel Karten ist schnell eingesteckt und man kann damit so viel spielen! Das Urlaubsspiel also schlechthin! Meine Kinder mögen auch Wizard, ein idealer Einstieg ins Stechen und Schlag ansagen, find ich. In großen Runden war bei uns lange Zeit “Die Werwölfe vom Düsterwald” der Renner. Cool daran ist, dass es über viele Altersgruppen hinweg gespielt werden kann und es auch ums Schauspielern geht. Dabei hat man immer Gruppen, zu denen man gehört (Werwölfe oder Dorfbewohner) und es gibt meist nicht eine_n Verlierer_in, sondern mehrere gemeinsam. Beide Spiele (ebenso wie Uno Junior) könnt ihr in der wienXtra-spielebox ausprobieren oder euch ausborgen.

Ich hab unglaublich gern Rommé und Canasta gespielt, das wir seit Jahren mit Oma spielen. Später hab ich Watten kennengelernt und Jassen wurde zu meinem absoluten Favoriten.

Uno (by DS)

Ein Klassiker! Die Karten bestehen aus Zahlen von 0 bis 9 und einigen Symbolen. Zu Beginn einer Runde erhalten alle Mitspieler_innen 7 Karten, der Rest wird auf einen Stapel in die Mitte gelegt. Die oberste Karte wird genommen, aufgedeckt und auf den Tisch gelegt. Der/Die Spieler_in links vom/von der Kartengeber_in startet das Spiel. Worum geht es nun? Wer an der Reihe ist schaut, ob er eine Karte ablegen kann. Wichtig dabei ist, dass es dieselbe Farbe oder Zahl wie die oberste Karte am Ablagestapel haben muss. Wenn jemand keine passende Karte hat oder aus taktischen Gründen keine Karte legen will, muss man eine Karte ziehen. Ganz wichtig: Wer seine vorletzte Karte ablegt, muss “Uno!” rufen. Wer das vergisst, muss eine Strafkarte ziehen.

Das Ziel ist die Karten möglichst schnell abzulegen. Die Person, die als Erste keine Karten hat, hat gewonnen. Man braucht mindestens zwei Spieler_innen für dieses Kartenspiel, viel lustiger ist es jedoch mit mehreren Spieler_innen. Hier erklären wir euch, was die Symbole bedeuten. Mir ist jedoch aufgefallen, dass in unterschiedlichen Spielrunden auch etwas unterschiedliche Spielregeln herrschten. 😉 Deshalb ist es immer gut sich vor dem Spielen über die Regeln auszutauschen.

Die Symbole stehen für folgende Aktionen:

  • Zieh zwei: Der/Die nächste Spieler_in muss zwei Karten nehmen.
  • Retour: Ihr wechselt die Spielrichtung.
  • Aussetzen: Der/Die nächste Spieler_in darf keine Karte ausspielen.
  • Farbwahl: Der/Die Spieler_in, der/die diese Karte spielt, darf sich die Farbe auswählen, die gespielt werden soll.
  • Zieh vier und Farbwahl: Der/Die Spieler_in muss vier Karten vom Stapel nehmen und darf keine Karte ausspielen. Derjenige/Diejenige, die diese Karte legt, bestimmt die Farbe, die danach aufgelegt werden muss.

Uno wird allgemein ab 6 Jahren empfohlen. Wenn man mit weniger Karten spielt, die dafür auch für kleine Hände einfacher zu halten sind, und nicht alle Spezialsymbole nimmt, dann geht es sicher auch früher. Es gibt auch Uno Junior Karten, wo Symbole und Zahlen kombiniert sind – die sind bereits ab 3 Jahren geeignet.

Welche Kartenspiele sind bei euch beliebt? Hinterlasst uns doch einen Kommentar!

Spielen ist schön! Hier erfahrt ihr, warum es auch sinnvoll ist, mit Kindern Brettspiele zu spielen. Wenn ihr noch nicht so genau wisst, welcher Brettspieltyp ihr oder eure Kinder sind, dann schaut doch einmal in diese Broschüre. Im kinderinfo-Blog stellen wir unsere beliebtesten Brettspiele sowie unsere Lieblings-Memoryspiele vor.

Ein einfaches Zeichenspiel findet ihr hier, außerdem haben wir hier Geburtstagsspiele für 3-4-Jährige beschreiben. Noch mehr Spieletipps, von Sprachspielen über digitale Spiele bis zu Murmelspielen könnt ihr in den Broschüren der wienXtra-spielebox nachlesen.

DS, reg, BriG
Foto (c) Brigitte Vogt, ASS Altenburger Doppeldeutsch Spielkarten

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