Nachhaltige Weihnachtsgeschenke

Kaum ein Tag vergeht, an dem ich nicht in irgendeiner Form auf die Klimakrise hingewiesen werde. Hier eine Veranstaltung, dort ein Artikel oder eine Freundin erzählt von einer Meldung in den Nachrichten. Da macht es doch Sinn, dies auch und gerade bei den Weihnachtsgeschenken im Blick zu haben und an Nachhaltigkeit zu denken. Dabei gibt es viele Möglichkeiten, wie ihr nachhaltige Weihnachtsgeschenke angehen könnt.

Reduce – Ein paar Gedanken zum Schenken an sich

Weihnachten rückt näher und viele sind am Überlegen, was sie den Kindern schenken wollen. Schließlich will man ihnen eine Freude machen. Vielleicht gibt es lange Wunschlisten mit Wünschen und ganz viel, das sie haben wollen, vielleicht nur ein paar wenige und kleine Wünsche, die dafür schon lange bestehen. Oder vielleicht haben die Kinder auch gar keine besonderen Wünsche. Wie auch immer, ich finde, es ist eine gute Möglichkeit, Weihnahten nicht nur als Hochfest des Konsums zu sehen, sondern sich darauf zu besinnen, was schenken eigentlich bedeutet. Wenn es darum geht, dem anderen eine Freude zu machen, dann muss das vielleicht ja gar nichts Materielles sein? Hier haben wir Ideen für Weihnachtsgeschenke gesammelt, die den Fokus auf Zeit statt Konsum legen. Eine gute Idee find ich aber auch den umgekehrten Adventkalender oder das Schenken mit Sinn z.B. von der Caritas.

Reuse – Weil manchmal einfach ein Packerl am Tisch liegen soll

Auch wenn man etwas Materielles schenken möchte geht das auf vielerlei Weise: Ihr könnt nachhaltige Sachen einkaufen, fair produziert und mit Gütesiegeln. Oder ihr kauft Spiele, Bücher oder einen Film, die sich mit dem Klimaschutz auseinandersetzen. Am Nachhaltigsten ist es natürlich, wenn ihr auch beim Einkauf versucht, möglichst umweltschonend zu sein. Mit Second Hand geht das besonders einfach. Dann muss das Teil nicht neu hergestellt werden. Das spart Ressourcen und kommt mehren Menschen zugute, die es hintereinander nutzen können. Klar, nicht alle Dinge will man gebraucht kaufen, aber bei vielen Spielsachen ist das aus mehreren Gründen wirklich gut möglich:

  • Da viele Kinder viel mehr Spielsachen haben, als sie bespielen sind manche einfach wirklich wie neu, wenn sie weggegeben werden. Außerdem werden manche Spielsachen auch nur in einer relativ kurzen Zeit genutzt und können daher gut wiederverwendet und nachher weitergegeben werden.
  • Manche Spielsachen sind so robust und gut gemacht, dass sie auch mit der Zeit nicht an Spielmöglichkeiten einbüßen. Einige davon wie z. B. Matador oder Matschbox Autos sind Klassiker geworden, was man am Preis merkt.
  • Die meisten Spielsachen kann man gut reinigen und desinfizieren, sodass ein Weitergeben problemlos möglich ist.

Recycle – Weihnachtsgeschenke selbst gemacht

Als die Kinder größer wurden und bei ihnen keine bestimmten Wünsche im Vordergrund standen, habe wir uns einmal ausgemacht, dass wir uns nur selbstgebasteltes Schenken. Das Schöne an diesem Weihnachten war, dass wir schon im Vorfeld so viel Spaß an den Geschenken hatten: Wir haben uns nämlich zusammengetan und gemeinsam überlegt, was wir für wen machen könnten. Es hat sich geheimnisvoll angefühlt, weil da immer wieder einzelne Zimmer nicht betreten werden durften und so eine lustvolle, verschwörerische Stimmung in der Luft lag. Das gemeinsame Basteln hat echt Spaß gemacht und wir waren nachher stolz, dass wir damit jemanden eine Freude machen konnten. Was wir gemacht haben, könnt ihr in diesem Blog-Beitrag nachlesen. Noch mehr Recycling-Bastel-Ideen stellen wir euch hier im Blog unter Nachhaltig leben vor.

Die fünf R´s nachhaltigen Lebens

Mit Reduce=reduzieren, Reuse=wiederverwenden und Recycle haben wir schon drei R`s kennengelernt, die für die Zero Was-Bewegung wichtig sind. Die noch fehlenden sind Refuse=ablehnen und Rot=kompostieren. Wenn man sich an diese fünf R´s hält, lässt sich damit viel Müll vermeiden.
Dabei ist Refuse, also ablehnen, das erste, denn alle Dinge, die ihr nicht annehmt, landen nicht bei euch zu Hause. Dabei geht es bei Kindern oft um die vielen kleinen Gooodis, die man auf der Bank oder bei einem Straßenfest angeboten bekommt: Ein kleiner Stoffteddybär, eine Pfeife oder ein Jojo. Oft sind diese Dinge aus Plastik und bieten wenig Spielvariationen. Auch sind sie häufig irgendwo produziert, wo Arbeitsbedingungen und Löhne fragwürdig sind. Sie nicht anzunehmen ist manchmal gar nicht so einfach, weil man ja nicht unhöflich sein möchte oder dem Kind die Freude über das kleine Geschenk gönnt. Doch wenn man sich bewusst macht, dass man damit weder der Umwelt, noch den Hersteller_innen, noch dem Kind etwas Gutes tut, dann fällt das ablehnen leichter. Und selbst kleine Kinder verstehen solche Beweggründe, wenn man sie ihnen kindgerecht erklärt.

Zum Thema Rot, also kompostieren habe wir schon eine Wurmkiste, Bokashi und natürlich den normalen Biomüll ausprobiert. All dies funktioniert auch in der Stadt gut und ist ohne großen Aufwand möglich. Wenn ihr mehr über die fünf R´s erfahren wollt, schaut doch in diesen Büchern nach oder lasst euch bei gruenesfamilienleben.de inspirieren.

Welche Weihnachtsgeschenke haben euch als Kind viel Freude gemacht?

BriG
Fotos (c) Brigitte Vogt

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