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Radtour mit Kindern

Pfingsten kommt bald, das eignet sich doch wunderbar für eine kleine Radtour! Wie wäre es, den Neusiedlersee mit dem Rad zu erkunden? Oder wollt ihr vielleicht entlang der Donau einen Ausflug machen? Wir haben vor Jahren eine gemütliche 3 Tages-Tour gemacht, die nicht nur den Kindern (damals 9 und 11) noch immer in guter Erinnerung geblieben ist. Einerseits, weil eine mehrtägige Radtour schon etwas Besonderes ist und ein kleines Abenteuer darstellt. Andererseits weil wir eine kleine Fledermaus retteten, die gerade von einem Vogel angegriffen wurde – ein Tier, das man selten so nah sieht. Aber so eine Radtour ist wirklich eine feine Sache, wenn man als Familie etwas unternehmen will. Radfahren ist gemütlicher als Wandern, das Gepäck muss nicht am Rücken mitgeschleppt werden, sondern kann komfortabel in Fahrradtaschen verpackt werden. Man kommt schneller voran und bewältigt Strecken, von denen man nicht gedacht hätte, dass man nur mit Muskelkraft so weit kommt. Außerdem kann man nebenbei Plaudern oder auch mal alleine fahren, wenn man etwas Abstand braucht.

Tour-Planung

Schon die Planung einer Tour ist eine spannende Sache. Achtet darauf, wie bei allen körperlichen Betätigungen, das schwächste Glied nicht zu überfordern. Denn eine Tour macht doppelt Spaß, wenn ihr sie gemeinsam genießt und die Herausforderungen gemeinsam bewältigt. Da muss man sich zuerst einmal über die unterschiedlichen Bedürfnisse einig werden.

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(c) Brigitte Vogt
  • Soll es eine Genuss-Tour oder eine sportliche Herausforderung sein?
  • Wie viele km soll man minimal/maximal fahren?
  • Wie oft möchte man übernachten?
  • Und wo möchte man übernachten: Im Zelt oder im Gasthaus?
  • Sollen Übernachtungen im vorhinein gebucht werden oder sucht man spontan?
  • Soll es eine Rund-Tour sein z.B. um den Neusiedlersee, oder soll es in eine Richtung gehen und dann mit dem Zug zurück?
  • Wie viel Gepäck benötigst du?
  • Was tut man, falls das Wetter oder die Kondition gar nicht mitspielt?

Wir wollten eine Genuss-Tour, die

  • direkt von zu Hause gestartet werden kann,
  • wenig Steigung aufweist und
  • Schwimmmöglichkeiten bereithält.
  • Außerdem wollten wir Zelten, also musste ein Campingplatz an der Strecke liegen
  • und es sollte nicht am gleichen Weg wieder zurück gehen.

Daher haben wir uns für eine Tour entlang der Donau Richtung Krems entschieden. Da konnten wir von zu Hause aus starten, es gab kaum Steigung auch wenn wir flussaufwärts fuhren und es lagen viele Schwimmmöglichkeiten am Weg. Die erste Etappe war dabei die längste, weil wir den Campingplatz beim Tullner Aubad als Etappenziel wählten. Wenn man den Weg durch die Stadt verkürzen mag, kann man auch gleich in Heiligenstadt starten oder sogar noch weiter hinaus mit einer S-Bahn fahren.

1. Etappe: Wien – Tulln

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Da der Fahrradweg bei uns ganz in der Nähe verläuft, sind wir über den Ring und dann am Donaukanal entlang geradelt, bis wir bei Heiligenstadt die Löwen-Brücke erreichten und damit die Donau zu unserer Rechten lag. Ehrlich gesagt, war das Stück länger, als ich es in Erinnerung hatte und ich würde es vermutlich abkürzen, wenn der Wunsch, von zu Hause loszufahren nicht so groß gewesen wäre. Kurz vor dem Kahlenbergerdorf war ein kleiner Spielplatz. Beim Strandbad Klosterneuburg und auch beim Strombad in Kritzendorf fuhren wir vorbei und machten erst in Greifenstein eine längere Pause. Als wir beim Tullner Aubald ankamen, hatten wir beinahe 40 km hinter uns. Wir freuten uns, nochmal eine Runde zu schwimmen. Da mitten im See eine kleine Insel liegt, war die unser Ziel. Dort entdecken die Kinder eine Entenfamilie, die sie besonders beschäftigte, weil eines der Küken eine Fußverletzung hatte und den anderen nicht so schnell folgen konnte. Beim Zelt aufstellen waren wir den Gelsen ein willkommenes Fressen und freuten uns, in die Gastwirtschaft zu flüchten.

2. Etappe: Tulln – Traismauer

Am nächsten Morgen ließen wir uns Zeit und frühstückten erst einmal gemütlich, da die Etappe mit 30 km nicht so weit war. Im Rad-Plan unseres Freundes war ein Saurierpark bei Traismauer vermerkt, allerdings gibt es den nicht mehr. Aber am Weg war genug Abwechslung: Wir machten an der Donau Halt und beobachteten die großen Frachtschiffe, die ganz schön schnell unterwegs sind. Außerdem kamen wir an Zwentendorf vorbei, dessen Kraftwerk in unserer Jugend so viele zum Protest aktiviert hat, worüber die Kinder unbedingt mehr wissen wollten. Eine Freundin hat mir erzählt, dass es dort auch Führungen gibt, aber wir haben keine gemacht. Bei Traismauer gibt es einen sehr schönen naturbelassenen Badesee, bei dem wir eine ausgiebige Pause machten, bevor wir unsere Nachtlager aufschlugen. In Traismauer übernachteten wir bei Freunden.

3. Traismauer – St.Pölten

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Wir wollten nicht den gleichen Weg wieder zurück fahren, daher bogen wir am nächsten Tag auf den Traisental-Radweg ein. Die Traisen ist fast mehr ein Bach als ein Fluss, daher war die Stimmung dort eine ganz andere als am großen Strom. Der Radweg war nicht so stak frequentiert, allerdings war an diesem Tag auch nicht Sonnenschein wie sonst und wir hatten die Regensachen oben im Korb verstaut, falls es gleich losregnen würde. Mit 23km stellte der  heutige Tag auch keine großen Ansprüche an unsere Kondition. Landschaftlich fand ich es hier wirklich schön und die Kinder genossen es, in der Traisen zu spielen. Bei St. Pölten kommt man noch an Badeseen vorbei, die sehr einladend wirkten. Aufgrund des Regens beschlossen wir, hier unsere Tour abzubrechen und mit dem Zug nach Hause zu fahren. Der Weg zum Bahnhof war gut beschildert und einfach zu finden.

Fazit:

Die Strecke ist wirklich gut beschildert, man kann sich nicht verirren. Meist ist man auf asphaltierten Radwegen unterwegs, nur manchmal sind es Straßen oder Kieswege. Außerdem sind Schwimmbäder, Gastwirtschaften und Schlafmöglichkeiten ausgewiesen. Auch mit dem Fahrrad im Zug zurück zu fahren ging ganz unkompliziert. Wichtig: Nehmt genug zum Trinken mit!

Lust auf mehr? Kleinere Fahrrad-Touren findet ihr hier.

BriG
Fotos (c) Brigitte Vogt

 

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